Corona: Katalysator für die Videoberatung im Finanzsektor

Die Corona-Pandemie hält die Welt nach wie vor in Atem. Diese Krise hat das hiesige Finanzwesen inmitten ihrer digitalen Transformation erwischt. Dadurch wurden viele Entwicklungen beschleunigt. Zu den wichtigsten gehört die Videoberatung übers Netz: Sie ermöglicht es Banken, Versicherungen und Finanzdienstleistungsunternehmen, ihre Klientel weiterhin sicher und ortsunabhängig zu beraten.

Softwareeinführung binnen weniger Wochen

Wie die Digitalisierung durch die Corona-Pandemie beschleunigt wurde, zeigt etwa das Beispiel einer Versicherungsgruppe: Wie einem Blogbeitrag der Hochschule Luzern zu entnehmen ist, begann Helvetia Versicherungen Ende Februar dieses Jahres mit der Einführung einer neuen Videoberatungslösung. Ursprünglich war eine schrittweise Implementierung der digitalen Konversationsplattform geplant, aber aufgrund der Corona-Krise wurde die Beratungslösung innert weniger Wochen eingeführt.

Abbildung: Entwicklung der Anzahl Videoberatungen pro Woche bei Helvetia Versicherungen

Im Juni nutzten bereits 570 Mitarbeitende die Software, und es wurden in den ersten elf Wochen der Nutzung etwa 1.100 Videoberatungen durchgeführt. Interessant ist die Betrachtung der Videoberatungen pro Woche: In Zeiten des akuten Lockdowns stieg die Anzahl der Videoberatungen sprunghaft an, während sie nach der Lockerung der Einschränkungen schnell wieder abfiel.

Eine weitere Erkenntnis waren die Vorteile für beide Seiten: Für die Berater der Helvetia Versicherungen entfiel beispielsweise die Reisezeit zum Termin, und die Kunden profitierten von einer kontaktlosen Beratung während der Corona-Krise.

So hat die Videoberatung für den Vertrieb der Versicherung an Bedeutung gewonnen. Deshalb wurde die Anbindung der virtuellen Beratungslösung ans hauseigene CRM-System geplant, um die Gesprächsergebnisse zu dokumentieren.

Passende Tools sorgen für effiziente Videoberatung

Auch Finanzberatungsunternehmen haben nach dem Beginn der Krise schnell die Videoberatung für sich entdeckt, um den Lockdown zu umschiffen. Zu den Anbietern gehören Firmen wie die Helvetia Versicherung sowie Swiss Life und Swiss Life Select.

Für Kunden ist die Vereinbarung eines Videoberatungstermins recht einfach. Bei Swiss Life Select können sie sich per Telefon oder E-Mail bei ihrem Berater melden und erhalten dann einen Termin, um mit ihm via Computer, Smartphone oder Tablet in Kontakt zu treten. Neukunden hingegen melden sich über ein Webformular auf der Website von Swiss Life Select an oder nutzen dazu ebenfalls Telefon oder E-Mail.

Auch die Anmeldung zur Videoberatung am Tag des Termins ist so einfach wie möglich gestaltet. Bei Swiss Life erhält der Kunde eine E-Mail mit einem Link, auf den er klicken muss. Danach kann er zwischen der Teilnahme via App oder direkt über seinen Browser wählen. Im Anschluss stellt der Kunde ein, wie er mit dem Berater kommunizieren möchte – mit oder ohne Kamerazugang. Dann wird nur noch der Name in eine Maske eingegeben, und die Videoberatung startet.

In der Regel wird für eine Videoberatung keine Extra-Software benötigt, prinzipiell können alle digitalen Endgeräte genutzt werden. Unterzeichnete Verträge werden auf dem Postweg zugestellt, alternativ gibt es auch die Möglichkeit, digital zu unterschreiben – direkt am Ende des Beratungsgesprächs.


Alexander Senger ist Geschäftsführer und verantwortet die Online-Marketing von CAPITALO und begleitet unsere Social Media und PR-Arbeit in seinem Alltag. Seit 2008 schreibt er über spannende Themen für Finanz-Channels und Vergleichsportale.