Alkohol am Steuer

Autor
Alexander Senger | Aktualisiert am 30. März 2021
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Wie viel Alkohol am Steuer ist erlaubt?

Generell ist zu empfehlen keinen Alkohol zu trinken, wenn man im Anschluss am Straßenverkehr teilnimmt. Die Fahrtauglichkeit verändert sich mit der Menge des Alkohols im Blut.Wer doch trinkt und von der Polizei kontrolliert wird, muss ab 0,5 Promille mit folgenden Bußgeldern rechnen:

Gleichzeitig gibt es auch ein Fahrverbot.

Gibt es eine spezielle Grenze bei Fahranfängern?

Die Probezeit bei Führerscheinerwerb beträgt aktuell zwei Jahre. Begibt sich ein Fahranfänger in der Probezeit oder vor der Vollendung des 21. Lebensjahres alkoholisiert ans Steuer, bekommt dieser ein Bußgeld von 250,- €. Die Probezeit verlängert sich zudem auf vier Jahre und der junge Fahrer / die junge Fahrerin muss ein Aufbauseminar besuchen.

Dem Gesetzgeber ist besonders wichtig, dass gerade junge Fahrer lernen, verantwortungsbewusst im Straßenverkehr zu handeln. Denn: Beim Führen eines Fahrzeuges können große Sach- und Personenschäden entstehen.

Wann sind 0,5 Promille erreicht?

Es wäre praktisch, wenn sich diese Frage pauschal beantworten ließe. Tatsächlich aber ist dies bei jedem Menschen anders. Jeder Körper verträgt Alkohol je nach Gewicht, Größe und Geschlecht anders. Auch die Menge, Art des Alkohols, Frequenz und die Dauer des Alkoholgenusses spielen eine Rolle. Trinkt eine Person z. B. kurz hintereinander zwei Bier, ist der Promillewert höher, als wenn die gleiche Person zwei Bier im Laufe mehrerer Stunden trinkt. Ebenso, wenn man am Tag vorher bereits etwas getrunken hat. Dann befindet sich noch Restalkohol im Blut. Wer den Promillewert genauer verstehen will, erfährt bei einem Promillerechner mehr. Die Website wird von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) betrieben. Sie soll einen Einblick geben, wie viel Alkohol sich in Deinem Blut nach einem Bier, einem Glas Wein, etc. befindet. Ebenso wann sich dieser abbaut; berechnet anhand der Beschaffenheit Deines Körpers. Eine Beispielrechnung
Bei einer 28-jährigen Person, die 1,75 cm groß ist, 70 kg wiegt und ein Bier mit 0,5 Litern trinkt, ergibt sich folgender Promillewert:

Bei beiden beträgt der konsumierte Alkohol 20 Gramm. Das Ergebnis ist jedoch vollkommen unterschiedlich.

Was passiert, wenn man mit Alkohol am Steuer erwischt wird?

Wenn die Polizei den Eindruck hat, dass man etwas getrunken hat, kann sie den Fahrer auffordern, vor Ort einen Atemalkoholtest zu machen. Man muss hierzu in ein Gerät pusten, welches nach wenigen Sekunden einen Promillewert anzeigt. Besteht allerdings ein begründeter Verdacht – zum Beispiel durch Fahren von Schlangenlinien – kann die Polizei auch einen Bluttest verlangen.

Die Ergebnisse des Atemalkoholtests können für Bußgelder herangezogen werden.
Geht es um den Verdacht einer Straftat, ist ein Bluttest erforderlich.

Was passiert, wenn man mit Alkohol am Steuer erwischt wird?

Der Gesetzgeber spricht vom Tatbestand einer Straftat, wenn man mit „absoluter Fahruntüchtigkeit“ am Steuer sitzt. Dies gilt bei einem Wert ab 1,1 Promille. Bei einem Promillewert bis 1,09 wird es als Ordnungswidrigkeit eingestuft.

Hohe Geldstrafen (bis zu 3.000,- €) sowie Freiheitsstrafen (bis zu 5 Jahren) sind mögliche Folgen dieser Straftat. Ebenso droht Führerscheinentzug, eine Übernahme der Verwaltungskosten des Alkoholtestes sowie eine MPU mit Übernahme der dazugehörigen Kosten (geschätzte Gesamtkosten laut ADAC 1.000 – 2.500,- €).Wer mit einem Promillewert von 0,3 andere Verkehrsteilnehmer gefährdet oder einen Unfall baut, kann ebenfalls einer Straftat beschuldigt werden.

Wann ist eine MPU fällig?

Eine Medizinisch-Psychologischen Untersuchung (MPU, umgangssprachlich „Idiotentest”) ist laut Fahrerlaubnis-Verordnung (FeV, § 13) dann notwendig, wenna) nach dem ärztlichen Gutachten zwar keine Alkoholabhängigkeit, jedoch Anzeichen für Alkoholmissbrauch vorliegen oder sonst Tatsachen die Annahme von Alkoholmissbrauch begründen,

b) wiederholt Zuwiderhandlungen im Straßenverkehr unter Alkoholeinfluss begangen wurden,

c) ein Fahrzeug im Straßenverkehr bei einer Blutalkoholkonzentration von 1,6 Promille oder mehr oder einer Atemalkoholkonzentration von 0,8 mg/l oder mehr geführt wurde,

d) die Fahrerlaubnis aus einem der unter den Buchstaben a bis c genannten Gründe entzogen war oder

e) sonst zu klären ist, ob Alkoholmissbrauch oder Alkoholabhängigkeit nicht mehr besteht.Die MPU umfasst eine ärztliche Unterrichtung und ein Gespräch mit einem Psychologen. Der / die Untersuchte hat hier nachzuweisen, dass nicht mehr mit erhöhter Wahrscheinlichkeit von einer alkoholisierten Fahrt durch ihn / sie ausgegangen werden muss.

Fällt der / die Untersuchte durch, oder wird die MPU nicht angetreten, ist der Entzug der Fahrerlaubnis die Konsequenz.

2018 mussten sich 87.088 Personen im Rahmen einer MPU begutachten lassen.

Wann droht Führerscheinentzug?

Führerscheinentzug droht ab einem Promillewert

  • von 0,3 bei Gefährdung im Verkehr durch Alkohol am Steuer,
  • von über 1,09 (Sperrfrist 6 Monate bis 5 Jahre, bei Wiederholungstätern oder besonders schwerwiegenden Fällen auch lebenslang möglich).

Ebenso wird eine Geldstrafe oder Freiheitsstrafe verhängt.

Wann kommt der Bußgeldbescheid?

In der Regel kommt der Bescheid 4 bis 6 Wochen nach der Feststellung durch die Polizei.

Alkohol am Steuer: Das sind die größten Gefahren

Mit steigendem Promillegehalt:

  • nimmt die Reaktionsfähigkeit ab,
  • steigt die Reaktionszeit,
  • nimmt die Aufmerksamkeit ab,
  • sinkt die Sehleistung,
  • nimmt die Hemmschwelle ab,
  • etc.

Im Falle einer Situation, die schnelles Handeln und eine schnelle Entscheidung erfordert, z. B. das Ausweichen wegen eines Rehs auf der Fahrbahn, kann das Ergebnis mit und ohne Alkoholgenuss völlig anders aussehen. Wer nicht unter Alkoholeinfluss steht, ist gerade in monotonen Landschaften, wie zum Beispiel Waldgebieten deutlich achtsamer. Wird es brenzlig, ist eine Vollbremsung noch möglich. Anders sieht es unter Alkoholeinfluss aus. Überraschungsmomente, wie das Erscheinen eines Rehs auf der Straße, oder auch Gegenverkehr mit Fernlicht, kann den (auch nur leicht) alkoholisierten Fahrer bereits so stark verunsichern, dass ein Unfall passiert.

Fazit

Im Zweifelsfall ist es besser vorzubeugen. Wer plant z. B. am Abend noch Auto zu fahren, sollte auf Alkohol am besten ganz verzichten. Wer sich spontan doch noch zu einem Glas Wein oder einem Bier entscheidet, für den gibt es folgende Alternativen:

  • das Auto stehen lassen und
  • mit öffentlichen Verkehrsmitteln nach Hause fahren oder
  • mit jemandem mitfahren, der nicht alkoholisiert ist oder
  • dort, wo man sich gerade befindet, zu bleiben
    (zuhause oder bei Freunden übernachten, sich ein Zimmer nehmen, etc.)
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Über den Autor Alexander Senger

Alexander Senger ist Geschäftsführer und verantwortet das Online-Marketing von CAPITALO und begleitet unsere Social Media und PR-Arbeit in seinem Alltag. Seit 2008 schreibt er über spannende Themen für Finanz-Channels und Vergleichsportale.

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