Crowdfunding in der Schweiz

Welche Crowdfunding Plattform ist die Beste?

Weil das immer noch eine ganze Menge Plattformen sind, geben wir Ihnen hier in kompakter Form unsere Empfehlung:

  • Für Crowdfunding-Projekte aller Art: wemakeit mit ihrer hohen Erfolgsquote, der hohen Reichweite und der begleiteten Beratung.
  • Für Sportprojekte: I believe in you mit der hohen Erfolgsquote und der Unterstützung der Partnerunternehmen.
  • Für Startups und KMUs: C-Crowd mit ihrem grossen Netzwerk oder Cashare mit ihrer Flexibilität.

Der Begriff «Crowdfunding» – definiert als Sammeln von Geldern via Internet für Projekte – lässt sich in weitere Kategorien unterteilen. Hauptkriterium für die Unterscheidung von verschiedenen Crowdfunding-Formen ist die Art der Gegenleistung. Diese kann einerseits einen monetären Hintergrund haben: Die Kapitalgeber erhalten eine Beteiligung am Unternehmen, beziehungsweise partizipieren am Unternehmenserfolg (Crowdinvesting) oder erhalten einen Zinsertrag (Crowdlending) für das zur Verfügung gestellte Kapital. Des Weiteren wird häufig das Invoice Trading dem Crowdfunding zugerechnet. Beim Invoice Trading werden offene Rechnungen verkauft. Je nach Geschäftsmodell von Plattformen handelt es sich beim Invoice Trading – abhängig von der Anzahl der Kapitalgeber – um klassisches Crowdfunding (mehrere Personen finanzieren die Rechnungen) oder ein Crowdfundingähnliches Modell (nur eine Gegenpartei). Die drei Bereiche Crowdlending, Crowdinvesting und Invoice Trading können durch ihre Nähe zu den Finanzmärkten dem Begriff FinTech (financial technology) zugeordnet werden. Die Gegenleistung für die Unterstützung einer Crowdfunding-Kampagne kann auch nicht-monetär sein. In diesen Bereich fällt das in dieser Studie als Crowdsupporting definierte Modell, welches oft auch als «reward-based crowdfunding» bezeichnet wird. Beispiele für Entschädigungen sind hier Produkte oder Dienstleistungen. Schliesslich ist es auch möglich, dass keine direkten und messbaren Gegenleistungen für die getätigte Investition erbracht werden (Crowddonating). Bei einer solchen Spende stehen soziale oder altruistische Motive im Vordergrund. Dies ist aber auch beim Crowdsupporting oft der Fall. Hier steht ebenfalls vielfach die ideelle Unterstützung im Vordergrund, da die Gegenleistungen in Form von Gütern oder Dienstleistungen objektiv oftmals schwierig zu bewerten sind und abhängig von der Kampagne teilweise nur einem kleinen Anteil der Investition entsprechen.

Als erste Crowdfunding-Plattform in der Schweiz wurde im Jahr 2008 Cashare (Crowdlending) gegründet. Im Jahr 2009 kam die Crowddonating-Plattform givengain dazu, gefolgt von investiere (Crowdinvesting) im Jahr 2010 und den beiden Crowdsupporting-Plattformen Crowdify (damals 100days) und wemakeit im Jahr 2012. Insbesondere in den Jahren 2014 bis 2017 haben viele Plattformen den Markteintritt in der Schweiz gewagt.

Es gibt rund 40 Crowdfunding-Plattformen in der Schweiz. Da fällt es nicht leicht den Überblick zu behalten. Wir stellen Ihnen die wichtigsten Crowdfunding- und Crowdlending-Plattformen vor, um Geld für Ihr Projekt zu sammeln.

  1. lokalhelden.ch – die kostenlose Crowdfunding-Plattform für lokale Projekte: Die dreisprachige Plattform wurde 2016 von Raiffeisen ins Leben gerufen. Sie richtet sich an Vereine, Organisationen, Personengesellschaften und Privatpersonen mit gemeinnützigen oder non-kommerziellen Projekten in der Schweiz. Im Gegensatz zu anderen Crowdfunding-Plattformen verlangt sie keine Gebühren und ist somit gratis für alle verfügbar. Zudem ist sie die einzige Plattform, auf der man nebst Geld auch Helfer und Materialspenden sammeln kann.
  2. wemakeit.ch – für Crowdsupporting-Projekte: wemakeit ist die grösste Schweizer Crowdfunding-Seite und wurde 2012 gegründet. Sie richtet sich an alle möglichen Projekt-Starter wie Einzelpersonen, Jungkonzerne und Organisationen. Da die Plattform viersprachig ist, können auch internationale Projekte umgesetzt werden.
  3. Crowdify – für Start-ups und Kulturprojekte: Die Plattform Crowdify richtet sich an kulturelle Kampagnen sowie Start-ups, für welche Geld gesammelt werden kann. Crowdify wurde vom Schweizer Newsletter-Verlag Ron Orp ins Leben gerufen. Konzeptideen profitieren von der Nennung in diesem Newsletter.
  4. I care for you – für soziale und humanitäre Projekte: Von der Entwicklungshilfe über Tierschutz bis zu Integration: Auf I care for you können gemeinnützige Organisationen und engagierte Privatpersonen ihr Projekt starten. Ein kompetenter Stiftungsrat berät und unterstützt bei der Durchführung des Crowdfundings.
  5. Cashare – für private und unternehmerische Kredite: Cashare war 2008 die erste Schweizer Crowdlending-Plattform. Der Fokus liegt im Bereich Crowdlending. Bei dieser Finanzierungsform werden Einzelunternehmen und KMUs mit Anlegern und Darlehensgebern zusammengebracht.
  6. Swisspeers – Crowdfunding für Unternehmen: Swisspeers ist eine unabhängige Crowdlending-Plattform, die es Unternehmen in der Schweiz erlaubt, bei Anlegern direkt – also ohne Zwischenschaltung eines Finanzinstituts – Fremdkapital zu beschaffen. Privaten und körperschaftlichen Anlegern bietet Swisspeers mittels des Crowdlendings die Möglichkeit, interessante Direktinvestitionen in kleine und mittlere Konzerne zu tätigen.
  7. C-Crowd – Crowdfunding für Start-ups: C-Crowd ist eine Crowdinvesting-Plattform und richtet sich an innovative Start-ups, die auf der Suche nach Investoren sind. Hier können Interessenten bereits ab geringen Beiträgen Mitbesitzer eines Jungkonzerns werden. Die Seite arbeitet mit diversen namhaften Partnern zusammen, die das Zusammentreffen von Geldgebern und Unternehmen unterstützen.
  8. I believe in you – Crowdfunding für Sportprojekte: I believe in you wurde als Startup von zwei Spitzensportlern mitgegründet und richtet sich ausschliesslich an Sportprojekte der Schweiz. Von Amateursport bis zum Profisport, von Einzelsportlern bis zu Mannschaften und Vereinen findet man hier alles. Das Startup arbeitet dabei mit grossen Unternehmen zusammen, die pauschal jedem Projekt einen kleinen Startbetrag spenden.
  9. Startnext – der deutsche Riese: Kreative Projekte, die sich an den kompletten deutschsprachigen Raum widmen, sind auf Startnext genau richtig. Die erste und zugleich grösste deutsche Seite richtet sich an Crowdsupporting-Projekte aller Art. Ihr Gebührenmodell ist so aufgebaut, dass jeder Unterstützer selber entscheiden kann, wie viel er an die Plattform bezahlen will. Startnext ist neu auch in der Schweiz verfügbar, es kann auch in Schweizer Franken gesammelt werden.
  10. Crowdhouse – Crowdfunding für Immobilien: Crowdhouse verschreibt sich voll und ganz Immobilienprojekten der Schweiz und macht User so zu Miteigentümern von Liegenschaften. Die Seite wurde 2015 gegründet, ein Hauptaktionär ist die Luzerner Kantonalbank. Im Jahr 2016 wurde das Unternehmen mit dem Swiss Fintech Award ausgezeichnet.
  11. Splendit – für Studenten und Weiterbildungen: Splendit konzentriert sich ausschliesslich auf Ausbildungsfinanzierung. Studenten und weiterbildungsinteressierte Personen haben hier die Möglichkeit mit Investoren in Kontakt zu treten. Für Investoren bietet dies eine alternative und neue Art einer nachhaltigen Investition.
  12. loanboox. – für Kantone und Gemeinden: Im Jahr 2015 kam Stefan Mühlemann auf die findige Idee Crowdfunding auch für Schweizer Städte, Kantone, Gemeinden zu ermöglichen. Zusammen mit seinem Team ermöglicht er dieser Zielgruppe mithilfe von loanboox. ein breites Netzwerk an potenziellen institutionellen Anlegern.
  13. Kickstarter – der internationale Riese: Kickstarter, aus den USA stammend, ist die weltweit grösste Plattform im Bereich Crowdsupporting. Auf Kickstarter tummeln sich unzählige Projekten aller Art, vor allem mit internationalem Fokus. In den vergangenen 10 Jahren wurden bereits mehr als 4.4 Milliarden Dollar für über 160‘000 Projekte gesammelt.
  14. Projektstarter: Projektstarter eignet sich besonders für junge Initianten. Leute zwischen 18 und 28 Jahren zahlen bloss eine Gebühr von 5 % auf die gesammelte Summe. Die Crowdfunding-Plattform wurde 2011 in Solothurn gegründet.