Von Mitsubishi bis Opel – viele Autohersteller bieten ausgewählte Modelle mit sogenanntem „Null-Prozent-Leasing“ an. Was nach einem guten Geschäft klingt, endet für Konsumenten oft als Enttäuschung. Denn: Wer ein Auto least, zahlt letztlich meist drauf.

0%-Leasing Angebote in der Schweiz

Es tönt wirklich sensationell: Das neue Auto einfach zinslos mieten – aktuell werben etliche Autofirmen in der Schweiz damit. Für Kunden, die einen Neuwagen möchten, aber die nötigen Franken nicht auf den Tisch legen können, ist das verlockend. Allerdings sollten Sie sich auch von den Angeboten mit dem Null-Prozent-Leasing nicht blenden lassen.

Wer genau nachrechnet, stellt schnell fest: Die Angebote entpuppen sich häufig als Lockvögel und sind gar nicht so günstig, wie es auf den ersten Blick scheint. Beim 0%-Leasing erlässt Ihnen der Händler nur auf bestimmte Modelle den üblichen Leasingzins von vier bis fünf Prozent. Klingt nach viel, in Franken ist dieser Betrag aber oft lächerlich tief – drei Beispiele:

  1. Ein Mitsubishi ASX kostet mit einem 0%-Leasing knapp 220 CHF pro Monat. Mit einem Leasingzins von fünf Prozent wäre der Japaner gerade Mal 11 CHF teurer. Sie bekommen somit als Leasingnehmer bei 24 Monaten Laufzeit gerade mal 270 CHF geschenkt.
  2. Etwas besser geht es Leasingkunden des beliebten SUV Fiat 500X Trekking: Beim 0%-Leasing sparen Sie hier gegenüber dem regulären Leasingkredit nach vier Jahren immerhin gut 550 CHF.
  3. Wer sich für ein etwas teureres Auto entscheidet, etwa einen Opel Insignia Sport, spart naturgemäß mehr. Als Leasingnehmer zahlen Sie hier bei einem vierjährigen Leasingvertrag zu null Prozent monatlich 348 CHF. 36 CHF mehr pro Monat würde das reguläre Leasing hier kosten – macht nach 48 Monaten insgesamt gut 1.700 CHF Zinsersparnis.

Spar-Tipp: Leasing ist insgesamt sehr teuer. Als Barzahler – auch mit einem Barkredit in der Tasche – erhalten Sie in der Schweiz dagegen in der Regel gute zusätzliche Rabatte. Allein diese sind sogar meist höher als der eingesparte Leasingzins beim sogenannten Null-Prozent-Leasing.

Nachteile beim Leasing

  • Hohe Anzahlung, happiger Restwert: Als Leasingnehmer müssen Sie häufig hohe Anzahlungen leisten. Im Beispiel Fiat 500X sind es immerhin 3.300 CHF. Auch am Ende des Leasingvertrags müssen Sie tief in die Tasche greifen, falls Sie das Auto behalten wollen: Bei unseren drei Beispielen beträgt der fällige Restwert happige 11.000 bis 13.000 CHF.
  • Teure Vollkasko: Für Leasingfahrzeuge ist generell eine Vollkaskoversicherung in der Schweiz vorgeschrieben. Diese kostet pro Jahr mindestens rund 400 CHF mehr als die übliche Teilkaskoversicherung. Junglenker dagegen müssen gut und gerne 1.000 CHF mehr berappen – pro Jahr.
  • Lästige Werkstattbindung: Autoleasing dürfen nur von Markengaragen mit Originalersatzteilen gewartet werden. Auch wenn man in den ersten beiden Jahren meist immer in die Markengarage geht – nach Ablauf der Garantiezeit kommt Ihnen die Reparatur in einer unabhängigen Garage deutlich günstiger.
  • Übliche Kilometerbegrenzung: Mit das Lästigste am Leasing sind die begrenzten Kilometer. Gerade bei den Null-Prozent-Angeboten sind in der Regel nur 10.000 Kilometer pro Jahr inbegriffen. Für die meisten ist das im Alltag zu wenig. Fahren Sie mehr und wollen das Auto nach der Leasingzeit zurückgeben, kommt das böse Erwachen: Bis zu 50 Rappen pro zusätzlichen Kilometer werden dann fällig. Meist noch ärgerlicher: Alle Schäden, die über normale Gebrauchsspuren hinausgehen, wird Ihnen der Garagist am Ende der vereinbarten Leasingdauer zusätzlich verrechnen – und das ist meist Ansichtssache.

Fazit: Am Ende wird ein Gratisleasing zu null Prozent für die allermeisten Konsumenten zum klaren Minusgeschäft.

 Kleinkredite von der Bank meist die bessere Wahl

Sie brauchen unbedingt ein neues Auto, haben derzeit aber zu wenig Bargeld dafür? Dann sollten Sie sich eher nach einem Barkredit umsehen, oder besser gleich einen speziellen Autokredit bei der Bank aufnehmen. Manche Banken vergeben hier Kredite bereits zu gut fünf Prozent. Kaum teurer also als gängige Leasingzinsen, und Sie haben gleich mehrere Vorteile dadurch. Ihnen gehört das Auto von Anfang an. Dank Barzahlungsrabatt können Sie meist bis zu zehn Prozent und mehr zusätzlich beim Kauf sparen. Und als Privater lassen sich zudem die Schuldzinsen von der Steuer abziehen. Bei Leasingzinsen ist das in der Schweiz nicht möglich.

Tipp: Wenn Leasing, dann nur mit Rechtschutz

Wollen Sie dennoch nicht auf Leasing verzichten, sollten Sie vor der Unterschrift im Leasingvertrag unbedingt eine Rechtsschutzversicherung abschliessen. Denn, egal ob vorzeitiger Ausstieg aus dem Leasing, oder Diskussionen über die Höhe der Schlussrechnung am Leasingende. Konflikte beim Leasing sind meist vor programmiert. Und ohne juristischen Beistand haben Sie Konsument hier meist schlechte Karten.

Mit Leasing in die Schuldenfalle

Autokosten sind häufig ein Grund für finanzielle Schwierigkeiten. Deshalb sollten künftige Autobesitzer vor dem Kauf sämtliche Ausgaben aufschreiben und dabei schonungslos alle Kosten mit einrechnen. Erst dann zeigt sich, ob ein Auto im Haushaltsbudget überhaupt Platz findet. Für geleaste Autos hat der TCS die Faustregel aufgestellt:

  • Die tatsächlichen Kosten eines Leasingautos betragen pro Monat das Dreifache der Leasingrate.
  • Wer ein Auto least, muss sich zudem bewusst sein: Der Leasingnehmer hat am Schluss kein Recht, das Auto zu behalten. Auch dann nicht, wenn im Vertrag ein Restwert vereinbart ist. Denn ein Leasingvertrag ist rechtlich kein Abzahlungskauf, sondern ein Mietvertrag.

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