Kredite aus dem Internet boomen. Unter den vielen Schweizer Kreditanbietern im Netz gibt es aber leider auch schwarze Schafe. Mit Lug und Betrug werden ahnungslose Konsumenten abgezockt.

Schneller Kredit aus dem Internet, zu unschlagbar günstigen Konditionen – wer greift da schon nicht gerne zu? Konsumenten sollten allerdings gerade bei Online-Kreditvermittlern genau hinsehen, bevor sich für ein schnelles Darlehen zum kleinen Zins entscheiden. Vor allem dann, wenn Vermittler-Portale zuerst Geld von den Kreditinteressierten sehen wollen, bevor Sie ihr „eigenes“ ausbezahlen. Denn nicht selten heisst es dann für den Kunden: Statt günstiges Geld per Kredit bleiben am Ende hohe Kosten.

Schwarze Schafe treiben mit dem Label „Schweizer Kredit“ ihr Unwesen

Da Schweizer Kredite auch als Alternative etwa zum deutschen Bankkredit mit Schufa sehr beliebt sind, wittern solcherlei Kreditabzocker ihre Chance dabei längst nicht mehr nur in der Schweiz selbst. Gegen Vorkasse geben sie zunehmend bei unseren Nachbarn unhaltbare Kreditversprechen – die sie dann aber nicht einhalten können oder wollen. Der Kreditsuchende hat oft unter der Hoffnung auf ein besonders günstiges Angebot bereits beträchtliche Zahlungen per Vorkasse geleistet und steht dann gänzlich ohne Kredit im Regen.

Fall Heinz H. aus Steinach

Für Aufsehen sorgte unlängst das Beispiel Heinz H. aus Steinach, über das das Online-Magazin K-Tipp berichtete. Der Sankt Gallener suchte im Internet einen Kredit über 16 000 CHF für neue Möbel mit einer üblichen Laufzeit von 24 Monaten. Dabei stiess er ausgerechnet auf eine Schweizer Vermittlerplattform die von einer Ltd. AG aus dem britischen Manchester betrieben wurde. Die Vermittler bewilligten den Kreditantrag sofort, und forderten promt 550 CHF Provision per Vorkasse. Heinz H. zahlte und erhielt darauf seine Vertragsunterlagen von einer Letramministrazione SA mit Sitz in Lugano TI. Diese verlangte drei Monatsraten als Sicherheit. Happige 2.826 CHF, welche der Sankt Gallener ebenfalls bezahlte. Am Ende hatte Heinz H. aber keinen Kreditvertrag abgeschlossen – sondern einen Auftrag zur Schuldensanierung. Keinen Kreditvertrag also, sondern eine Ratenzahlung für bestehende Schulden.

Ein klarer Fall von Irreführung also, der durchaus kein Einzelfall ist. Beim Dachverband Schuldenberatung Schweiz melden sich mittlerweile viele betroffene Konsumenten, die einen günstigen Kredit suchten, und letztlich einen Schuldensanierungsvertrag unterschrieben. Der Fall Heinz H. liess sich nur dank medialer Unterstützung zum Guten wenden. Die Vermittlerplattform stornierte mittlerweile den Sanierungsvertrag und zahlte die Provision an den Schweizer zurück.

Tipp zum Internetkredit: Leisten Sie niemals Vorkasse für einen Kredit per Internet! Geprüfte und seriöse Kreditanbieter garantieren stets eine kostenlose und unverbindliche Kreditofferte ohne jegliche Vorkosten oder Provisionen.

Wie erkennen Sie dubiose Finanzvermittler?

Kreditvermittler dürfen laut Gesetz in der Schweiz keinerlei Provisionen von ihren Kreditkunden verlangen – auch nicht im Internet. Seriöse Kreditgeber erkennen Sie zudem insbesondere an folgenden Kriterien:

  • Von Ihnen werden keine Gebühren vor Abschluss des Kreditvertrages verlangt, also niemals Vorkasse.
  • Es werden vom Kreditanbieter keine stark überhöhten Zinsen für den Kredit erhoben.
  • Bei Ihnen als Kunde erfolgt stets eine gesetzlich vorgeschriebene Kreditprüfung, samt Meldung bei der Zentralstelle für Kreditinformation (ZEK).
  • Die Kreditzusage hängt niemals mit dem Kauf oder Abschluss weiterer Angebote, etwa Versicherungen oder sonstige Finanzdienstleistungen, zusammen.
  • Sie finden im Internet mehrere positive Erfahrungsberichte über den jeweiligen Kreditvermittler, am besten von ehemaligen zufriedenen Kunden.

5 Regeln gegen Kredit-Abzocke

  1. Regel: Wer keine Sicherheit verlangt ist nicht seriös!
    Niemand verleiht wirklich Geld ohne Sicherheiten – meist wird nur eine finanzielle Notlage ausnutzen.
  2. Regel: Reisserische Angebote und Versprechungen – typisch Kreditabzocke!
    Wer insbesondere den Finanzschwächsten den einfachen schnellen Kredit verspricht, der ist meist nur auf schnelles Geld aus.
  3. Regel: Finger weg von 0190-Kredit-Hotlines!
    Viele Fragen, kein Kredit – am Ende kostet das nette 10-Minuten Gespräch leicht 20 CHF und mehr.
  4. Regel: Vorsicht bei Faxabrufen!
    Eine Adressliste angeblicher Kreditgeber per Fax ist meist völlig wertlos – und kann schnell hohe Gebühren verursachen.
  5. Regel: Keine Kreditanträge per Nachnahme – Abzocke droht!
    Angeblich totsichere Kreditanträge per Nachnahme zu horrenden Preisen – hier folgt meist die Ablehnung auf dem Fuss.

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