Kontaktlos statt Bargeld: Das bringt Twint

Kontaktloses Bezahlen ist die Devise der Stunde: Wegen des Coronavirus wollen viele auf Bargeld verzichten und lieber mit dem Smartphone an der Kasse bezahlen. Davon hat in der Schweiz unter anderem Twint profitiert. Das Unternehmen mit Hauptsitz in Zürich hat ein Zahlungssystem für bargeldloses Zahlen entwickelt, das vor 3 Jahren in der Schweiz eingeführt wurde. Inzwischen ist Twint hierzulande die Nummer eins unter den Bezahl-Apps und kommt bereits auf mehr als 3 Millionen Kunden. Zu Coronazeiten ist das Interesse daran nochmals stark gestiegen, auch immer mehr ältere Kunden greifen inzwischen zur App. Alleine im August des heurigen Jahres wurden über Twint rund 10 Millionen Transaktionen abgewickelt – so viel wie im gesamten Jahr 2018.

Anfänglich wurde Twint vor allem zum Senden und Empfangen von Geld zwischen den Nutzern verwendet; nach und nach sind aber immer mehr Anwendungsmöglichkeiten dazu gekommen. Die App, die es für Android-Handys und iPhones gibt, kann heute unter anderem in Restaurants, Shops sowie an Automaten (Parken, Snacks, öffentlicher Verkehr) verwendet werden. Der Datenaustausch erfolgt nicht mittels der NFC-Technologie (NFC = Near Field Communication), wie das bei anderen Systemen dieser Art der Fall ist. Stattdessen werden eine Bluetooth-Technologie zur Datenübermittlung auf kurze Distanz und QR-Codes verwendet. Twint gehört verschiedenen Schweizer Banken und dem Finanzdienstleister Six und hat einen Vorsprung gegenüber der Konkurrenz. Allerdings ist der Markt hart umkämpft, unter anderem versuchen Hersteller wie Samsung und Apple eigene Zahlungslösungen populärer zu machen. Das früher verpönte Apple Pay gewinnt in der Schweiz mehr Anhänger, zumal auch die Banken ihren Widerstand gegen den US-Technologieriesen aufgeben. Ein Nachteil von Twint: Die App ist nur in der Schweiz und in Liechtenstein zu verwenden, in anderen Ländern muss eine andere Lösung zum Bezahlen verwendet werden. Und an der Kasse sind Systeme mit NFC etwas einfacher zu handhaben und schneller. Ob sich letztlich ein einzelner Anbieter durchsetzen wird oder es am Markt viele unterschiedliche Systeme geben wird, ist noch lange nicht entschieden. Das wird auch vom Verhalten der Händler abhängen, die die Entwicklung genau beobachten und möglichst niedrige Gebühren fordern. Davon mal abgesehen wird auch das Bargeld auf absehbare Zeit weiterhin wichtig bleiben.


Robert Prazak verantwortet die Online-Redaktion von CAPITALO und begleitet unsere Social Media und PR-Arbeit in seinem Alltag. Seit 1995 schreibt er über spannende Themen für Finanz-Channels und Vergleichsportale, aber auch für Social Media Agenturen, Banken sowie PR-Verlage.