Kreditkosten: So viel kostet der Privatkredit wirklich

Kreditkosten einfach erklärt: Je geringer die Kreditkosten, desto günstiger ist der Kredit.

Autor
Friedrich Krautzberger | Aktualisiert am 22. Juli 2021
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Das Wichtigste in Kürze:

  • Bei einem Privatkredit sind nicht alle Kosten sofort offensichtlich. Wichtig ist, dass Sie auf den effektiven Jahreszins achten. Auch um Kreditangebote zu vergleichen.
  • Je länger die Laufzeit des Kredits, desto teurer wird es. 
  • In der Schweiz können Sie Kredite jederzeit komplett zurückzahlen.

Was Auto und Kredit gemeinsam haben

Wer etwas kauft, möchte wissen, was er dafür bezahlen muss. Das ist beim Gang in den Supermarkt so, beim Erwerb eines Autos und auch bei der Aufnahme eines Kredits. Bei Lebensmitteln ist die Sache recht klar: Die Preise im Supermarkt entsprechen den tatsächlichen Kosten. Beim Auto und bei einem Kreditangebot ist es nicht ganz so einfach. So wie bei einem Auto die Steuer, Versicherungsgebühren und Benzinverbrauch hinzukommen, so gibt es auch beim Kredit Kosten, die nicht sofort offensichtlich sind. Bei CAPITALO erfahren Sie, welche das sind.   

Die Bank möchte auch was verdienen

So viel dürfte klar sein: Banken verleihen Geld, weil sie selbst Geld verdienen möchten. Deshalb reicht es nicht, den geliehenen Betrag einfach wieder zurückzuzahlen. Hinzu kommen Kreditzinsen und Bearbeitungsgebühren, die der Bank Einnahmen bescheren.  

Unter den Kreditkosten versteht man den Gesamtbetrag, den Sie als Kreditnehmer zusätzlich zu dem Kreditbetrag an das Kreditinstitut zahlen müssen. Je nach Kreditvertrag bestehen erhebliche Unterschiede bei den Kosten. Grundsätzlich gilt: Je geringer die Kreditkosten, desto günstiger ist der Kredit. Und nur wer alle Kreditkosten im Blick hat, kann die Angebote der Banken miteinander vergleichen. 

Davon hängen die Kreditkosten ab

Banken werben mit attraktiven Zinssätzen. Sie sind das sozusagen das Preisschild, mit dem sie Aufmerksamkeit erzeugen möchten. Deshalb erscheinen die Jahreszinsen auch oft recht niedrig. Doch das bedeutet leider nicht automatisch, dass die Kosten gering sind. Denn es besteht ein Unterschied zwischen dem nominalen und dem effektiven Jahreszins. 

Nominaler und effektiver Zins

Der nominale Jahreszinssatz (auch nominaler Jahreszins oder kurz Nominalzins) gibt an, wie viel Kreditzinsen Sie pro Jahr auf den geliehenen Kreditbetrag zahlen müssen.

In diesem Wert stecken aber nicht alle Kreditkosten. Dafür ist der effektive Jahreszins ausschlaggebend. Darin sind neben den Kreditzinsen auch alle anderen Gebühren und Kosten enthalten, die bei einem Kredit anfallen. Das können etwa Bearbeitungsgebühren oder Kommissionsgebühren sein, die nicht zu vernachlässigen sind. 

CAPITALO Tipp: Achten Sie daher beim Kreditvergleich immer auf den effektiven Jahreszins. Er ist ausschlaggebend, um die tatsächlichen Kreditkosten zu ermitteln.  

Der Einfluss von Laufzeit und Kreditbetrag

Abhängig ist der effektive Jahreszins von dem Kreditbetrag, der Laufzeit, dem Nominalzins und den Kreditkosten.

Kreditbetrag

Der Kreditbetrag, auch Kreditsumme genannt, hat natürlich erheblichen Einfluss auf die Kreditkosten. Je höher der Betrag, desto höher sind auch die Zinszahlungen. Wichtig ist, dass Sie den Kreditbetrag so wählen, dass Sie die monatlichen Raten problemlos begleichen können; und dass die Rückzahlung nicht zu lange dauert. Sonst geben Sie unter Umständen sehr viel Geld aus.

Kreditlaufzeit 

Je länger die Rückzahlung dauert, desto höher sind die Kreditkosten. Die monatliche Rate ist zwar geringer, aber diese muss über einen längeren Zeitraum zurückgezahlt werden. Deshalb empfehlen wir, den Kredit so schnell wie möglich zurückzuzahlen. Natürlich darf die monatliche Rate nicht die finanziellen Möglichkeiten übersteigen.

Gut zu wissen: Sie können in der Schweiz jeden Kredit früher als vereinbart zurückzahlen. Festgelegt ist das im Schweizer Konsumkreditgesetz. Für die verbleibenden Monate müssen Sie in dem Fall keine Zinsen zahlen, was die Kreditkosten erheblich senkt.

Um die wirklichen Kreditkosten zu ermitteln, nutzen Sie den CAPITALO Kreditvergleich. Mit einem Blick sehen Sie den effektiven Jahreszins und die monatliche Rate und können so die Angebote miteinander vergleichen. Auch eine praktische Filterfunktion gibt es.

Die Restschuldversicherung als Option

Als Kreditnehmer haben Sie die Möglichkeit, eine Restschuldversicherung abzuschließen. Damit können Sie sich und ihre Familie bei möglichen Zahlungsausfällen für den laufenden Privatkredit absichern. Sie springt beispielsweise bei plötzlicher Krankheit, Invalidität oder Arbeitslosigkeit ein und zahlt die Restschuld ab. Allerdings sind Restschulversicherungen oft teuer, weshalb Sie sich einen Abschluss gut überlegen sollten. 

Eine Kreditkosten-Rechnung als Beispiel

Wie erwähnt hängen die Kreditkosten vom Jahreszins, Kreditbetrag und von der Laufzeit ab. Daraus lassen sich die Kreditkosten berechnen. Allerdings ist die dafür verwendete Formel recht komplex. Schauen wir uns deshalb ein Beispiel an:

Sie nehmen einen Kredit für 10’000 Franken auf. Effektiver Jahreszins ist 7 %. Läuft dieser Kredit 24 Monate, entstehen dadurch Kreditkosten von 722,03 Franken. Das bedeutet: Sie müssen dem Kreditinstitut nicht nur 10’000 Franken zurückzahlen, sondern insgesamt 10’722,03 Franken. Die monatliche beträgt 446,75 Franken.

Schliessen Sie denselben Kredit mit einer Laufzeit von 36 Monaten ab, beträgt die monatliche Rate zwar nur 307,70 Franken; die Kreditkosten steigen aber auf 1’080,40 Franken. Insgesamt müssen Sie dem Kreditinstitut also 11’080,40 Franken zahlen. 
Und jetzt? Machen Sie Ihre eigene Kreditrechnung. Zum Beispiel mit unserem Kreditvergleich.

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Über den Autor Friedrich Krautzberger

Seit über 15 Jahren arbeite ich als Texter und bin sehr erfahren in Finanzthemen, vor allem was Geldanlagen und Versicherungen betrifft. In meiner langjährigen Laufbahn habe ich diverse Banken und Versicherer redaktionell betreut.

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