Kreditwürdigkeit

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Kreditwürdigkeit – was ist das genau?

Kredite ermöglichen die Finanzierung zahlreicher grosser wie kleinerer Ausgaben im Alltag. Auch wer eine neue oder gebrauchte Wohnung kauft und ein Haus bauen will, kommt um einen Kredit in der Regel kaum herum. Nicht selten stellt sich dabei die Frage: Bekomme ich überhaupt einen Kredit – und wie hoch kann dieser im Zweifelsfall ausfallen? Hierüber entscheidet nicht zuletzt die eigene Kreditwürdigkeit von Ihnen als Kreditkundin oder Kreditkunde.

Kreditwürdigkeit und Bonität – finanzieren Sie sicher

Fakt ist: Für die kreditgebenden Banken ist mit der Kreditvergabe stets ein Risiko verbunden. Schliesslich ist ein Kredit meist ein Geschäft mit langer Laufzeit, in der künftig viel passieren kann. Eine Bank, die ja zum Grossteil das Geld ihrer Kunden verleiht, muss sich davor schützen, dass es während der Laufzeit des Kredits zu einem Ausfall des Schuldners kommt. Bevor also ein Kredit in der Schweiz bewilligt werden darf, muss die Kreditwürdigkeit der Antragstellerin oder des Antragstellers per Konsumkreditgesetz (KKG) geprüft werden. Meist wird für die Kreditwürdigkeit auch der Begriff Bonität verwendet. Bonität und Kreditwürdigkeit sind also Synonyme, die ein Ziel haben: Kredite sicherer zu machen – für Kreditsuchende ebenso, wie für die finanzierende Bank.

Kredit würdig sein – eine Erfolgsprognose für Ihre Finanzierung

Ohne geht nichts: Ohne Prüfung der Kreditwürdigkeit darf in der Schweiz kein seriöser Kredit vergeben. Dabei wird eine Prognose erstellt, ob mit einer ausreichend hohen Wahrscheinlichkeit eine Rückzahlung des Kredits und eine Zahlung der vereinbarten Zinsen möglich ist. Zusätzlich wird geprüft, ob Sie als Kreditnehmerin und Kreditnehmer Sicherheiten aufweisen können, die bei einem Zahlungsausfall den Anspruch der Bank decken.

Sicherheit zählt: Bei einem Immobilien- bzw. Hypothekenkredit ist die Sicherheit in der Regel die finanzierte Immobilie, die bei einem Zahlungsausfall des Kreditnehmers an die Bank zur Verwahrung übertragen wird. Bei der Autofinanzierung das jeweilige Fahrzeug. Bei kleineren Krediten mit kurzer Laufzeit kann es mitunter sein, dass die Bank auf Sicherheiten verzichtet – und vor der gesetzlichen 14-tägigen Wartefrist auszahlt. Aber auch dann ist es wichtig und sinnvoll, dass die finanziellen Verhältnisse des Kreditnehmers eine ausreichend hohe Kreditwürdigkeit versprechen.

Wer prüft Ihre Kreditwürdigkeit?

In der Regel führt die Bank die Prüfung auf Kreditwürdigkeit selbst durch, denn die Kreditvergabe ist ja Kerngeschäft einer Bank. Es gibt daneben aber auch Dienstleister, wie etwa Zentralstelle für Kreditinformation (ZEK) als schweizerische Evidenzzentrale für Bonitätsinformationen, die Daten zur Einschätzung der Kreditwürdigkeit bereitstellen. Eine Prüfung der Bonität erfolgt meist vor einer Kreditvergabe. Die Prüfung kann und wird aber in der Praxis oft regelmässig wiederholt, um einen möglichen Ausfall von Zahlungen rechtzeitig zu erkennen.

Welche Faktoren bestimmen die Kreditwürdigkeit?

Eine hohe Kreditwürdigkeit ist für jede Kreditnehmerin und jeden Kreditnehmer wichtig. Je besser diese ausfällt, umso tiefer sind die Kreditzinsen, die bezahlt werden müssen. Daher sollten Sie sich schon vor dem Kreditantrag Gedanken machen und erkunden, wie es um Ihre eigene Kreditwürdigkeit bestellt ist.

Die meisten Kriterien für die Kreditwürdigkeit sind nachvollziehbar und transparent: Natürlich ist die Höhe Ihres aktuellen monatlichen Einkommens ein wichtiger Faktor, welcher geprüft wird. Auch die Laufzeit des Arbeitsvertrags, die Solidität des Arbeitgebers und die Art des Anstellungsverhältnisses ist wichtig. Ihr Vermögen spielt ebenso in die Bonitätsprüfung hinein, da sich hier Sicherheiten ergeben, die für die Bank das Kreditrisiko mindern können. Weiters spielen der Familienstand, Beruf und Einkommen des Partners oder der Partnerin eine Rolle für die Kreditwürdigkeit.

Das kann Ihre Kreditwürdigkeit verringern: Auf der Sollseite der Kreditprüfung finden sich bereits bestehende Kredite, Betreibungen, Bürgschaften und andere Verpflichtungen. Besonders schwierig sind negative Einträge oder Meldungen bei ZEK, CRIF du Co.. Daher ist es wichtig, alle Verpflichtungen aus Krediten, seien es umfangreiche Haus-, PKW-Kredite oder auch kleinere Ratenzahlungen, regelmässig zu erfüllen. Für die eigene Planung zum Kredit, aber auch als Nachweis der Kreditwürdigkeit sollte ein privater Einnahmen- und Ausgabenplan erstellt werden. Dieser muss nicht auf den Franken genau sein. Wichtig ist aber die Plausibilität der Aussagen und die Anwendung des Vorsichtsprinzips. Wenn die Bank weitere Fragen zu der Planung hat, können Sie die dazugehörigen Informationen problemlos nachliefern.

Kreditwürdigkeit und Kreditfähigkeit – gibt es da Unterschiede?

Gelegentlich findet sich auch den Begriff Kreditfähigkeit. Dieser beschreibt, ob Sie als Antragssteller einen bereits vergebenen Kredit in der vorgegebenen Laufzeit abbezahlen können oder konnten. Die Kreditfähigkeit bezieht sich also immer auf einen bereits vergebenen Kredit, während die Kreditwürdigkeit sich damit beschäftigt, ob Sie als Antragsstelle(r) wirtschaftlich und persönlich „würdig“ sind, einen Kredit zu bekommen.

Was passiert, wenn Ihre Bonitätsprüfung negativ ausfällt?

Gerade bei jungen Kreditsuchenden und Familien ist das Einkommen oft noch gering und auch das Vermögen meist überschaubar. Hier kann es passieren, dass die Bank oder ein Finanzunternehmen Ihnen einen Kredit verweigert. Wenn der Eindruck entsteht, dass die Kreditwürdigkeit bei einer anderen Bank anders bewertet wird, lohnt es sich für Sie, den Kreditantrag dort erneut zu stellen. Häufig werden auch Kredite angeboten, bei denen ein Verzicht auf die Bonitätsprüfung und eine Prüfung der ZEK-Einträge versprochen wird. Allerdings gilt hier: Finger weg von solchen Darlehen – hier ist höchste Vorsicht geboten und diese sind in der Schweiz gesetzlich verboten!

Unser Tipp: Grosszügigkeit bei der Kreditwürdigkeit bezahlen Sie in aller Regel mit hohen Zinsen und Gebühren. Hilfreich sind hier in jedem Fall anonyme Online-Bonitätsprüfungen. Testen Sie also Ihre Kreditwürdigkeit, bevor Sie einen Kreditantrag bei Bank oder Vermittler stellen.

Welche Rolle spielt die ZEK in der Schweiz?

In der Schweiz vorrangig bekannt ist die Zentralstelle für Kreditinformation – kurz als ZEK. Für Banken, Vermittler und Unternehmen bietet die ZEK Dienstleistungen zur Prüfung der Bonität ihrer Kunden an. Wenn es bei einem früheren Kredit zu einer Abweichung von vereinbarten Zins- und Tilgungszahlungen gekommen ist, erfolgt bei der ZEK ein negativer Vermerk. Dieser Eintrag wird bei vielen Banken als Warnsignal gewertet, das die Zuverlässigkeit und damit die Kreditwürdigkeit eines Kreditnehmers eher gering ist.

Die ZEK kann allerdings auch für Sie als Kreditnehmer sehr hilfreich sein. Wenn Sie beispielsweise eine gewisse Zahl an Kreditverträgen abgeschlossen haben, lohnt sich die Auskunfteinholung. Darauf haben als Privatperson einen Anspruch. Bei der Einsicht in Ihre ZEK-Daten sollten Sie vor allem prüfen, ob diese aktuell sind. In manchen Fällen lässt sich durch Korrektur oder Ergänzung veralteter Informationen eine Verbesserung der Kreditwürdigkeit erreichen. Die erleichtern den Gang zur Bank und bietet Ihnen bessere Chancen bei jeder Kredit-Anfrage.

Wie können Sie Ihre Kreditwürdigkeit selbst verbessern?

Auch wenn sowohl bei Banken als auch bei der ZEK oder anderen Auskunfteien bereits der Eindruck einer eingeschränkten Kreditwürdigkeit entstanden ist, können Sie dennoch einiges tun, um zumindest mittelfristig eine bessere Kreditwürdigkeit zu erreichen:

Weiteren Kreditnehmer ins Boot holen: Zum einen können Sie für Ihren Kredit eine weitere Person mit besserer Bonität als zusätzlichen Kreditnehmer eintragen lassen. Da diese Situation einer Bürgschaft sehr ähnlich ist, kommen hier nur sehr nahestehende Personen dafür infrage.

Schlechte Kreditwürdigkeit vermeiden: Besser ist es aber sicherlich, selbst einer schlechten Kreditwürdigkeit vorzubeugen. Dazu sind insbesondere folgende Massnahmen empfehlenswert:

  • Reduzieren Sie Ihre Girokonten und Kreditkarten auf ein notwendiges Minimum.
  • Vermeiden Sie unnötige Ratenkäufe – die Bonitätsbewertung durch die ZEK verschlechtert sich aus Erfahrung bei allzu vielen Finanzierungen.
  • Streben Sie ein langfristiges Arbeitsverhältnis an – regelmässige Einkünfte signalisieren beste Sicherheit für potenzielle Kreditgeber.

Unser Fazit zum Thema

Eine gute Kreditwürdigkeit ist eine wichtige Voraussetzung um mithilfe von Krediten grössere Projekte des Alltags, eine Immobilie oder auch den Autokauf sicher zu finanzieren. Da eine gute Bonität langfristig aufgebaut werden muss, lohnt es sich, frühzeitig zu handeln. Wichtig ist eine realistische Finanzplanung, die verhindert, dass die Ausgaben die Einnahmen dauerhaft übersteigen. Auch regelmässige dauerhafte Einkünfte und eine berufliche Absicherung sollten hierbei unbedingt werden.

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