Was ist der SARON?
Das Wichtigste auf einen Blick
- 📊 SARON = Swiss Average Rate Overnight – der Schweizer Referenzzinssatz
- 🏦 Wird täglich von der SIX Swiss Exchange berechnet, basierend auf echten Transaktionen
- 🔄 Hat Ende 2021 den LIBOR als Referenzzinssatz abgelöst
- 📉 Aktueller Wert: ca. -0.02% (Stand: Februar 2026)
- 🏠 Bildet die Basis für SARON-Hypotheken – die günstigste Hypothekenart in der Schweiz
SARON steht für Swiss Average Rate Overnight. Es handelt sich um den Referenzzinssatz für den besicherten Schweizer Geldmarkt. Grundsätzlich gilt: Der SARON zeigt an, zu welchem Zinssatz sich Banken untereinander über Nacht Geld leihen – konkret im sogenannten Repo-Markt.
Der entscheidende Unterschied zu seinem Vorgänger LIBOR: Der SARON basiert nicht auf Bankenschätzungen, sondern auf tatsächlichen Transaktionen und verbindlichen Kursstellungen. Dadurch ist er transparenter, robuster und weniger anfällig für Manipulationen.
Berechnet und publiziert wird der SARON von der SIX Swiss Exchange – dem Betreiber der Schweizer Börse. Die Schweizerische Nationalbank (SNB) nutzt den SARON als massgebende Grösse für ihre Geldpolitik.
Für dich als Hypothekarnehmer ist der SARON deshalb wichtig, weil er die Basis für SARON-Hypotheken bildet. Im Unterschied zur variablen Hypothek, bei der die Bank den Zinssatz nach eigenem Ermessen festlegt, ist der SARON öffentlich einsehbar und transparent berechenbar. Wenn du eine solche Hypothek hast oder in Betracht ziehst, bestimmt der SARON zusammen mit der Bankmarge deinen Zinssatz.
Wie wird der SARON berechnet?
Die Berechnung des SARON ist transparent und nachvollziehbar. So funktioniert sie im Detail.
Die tägliche SARON-Berechnung
Die SIX Swiss Exchange berechnet den SARON an jedem Geschäftstag um 18:00 Uhr. Die Datenbasis sind:
- Abgeschlossene Transaktionen im Schweizer Franken-Repo-Markt
- Verbindliche Kursstellungen (Quotes) von Marktteilnehmern
Aus diesen Daten errechnet die SIX einen volumengewichteten Durchschnitt der Overnight-Repo-Sätze. Das Ergebnis ist ein einziger Zinssatz – der SARON – der für den jeweiligen Geschäftstag gilt.
Was bedeutet «Overnight»? Ganz einfach: Der SARON gilt immer nur für eine Nacht. Banken leihen sich Geld für genau einen Tag, und der SARON widerspiegelt den Preis dafür. Am nächsten Tag wird ein neuer SARON berechnet.
Was ist der Compounded SARON?
Für Hypotheken wäre ein täglich wechselnder Zinssatz unpraktisch. Daher verwenden Banken den Compounded SARON: einen aufgezinsten Durchschnitt der täglichen SARON-Werte über eine bestimmte Periode.
Die Zinsperiode beträgt bei den meisten SARON-Hypotheken 3 Monate. Der Compounded SARON berechnet sich vereinfacht so:
- Sammle alle täglichen SARON-Werte der letzten 3 Monate
- Rechne diese Tagessätze aufgezinst zusammen (Zinseszins-Effekt)
- Das Ergebnis ist der Compounded SARON für die Periode
Vereinfachtes Rechenbeispiel:
| Tag | SARON (Overnight) | Aufgezinst |
|---|---|---|
| Tag 1 | -0.03% | Kapital x (1 + (-0.03%/360)) |
| Tag 2 | -0.02% | x (1 + (-0.02%/360)) |
| Tag 3 | -0.01% | x (1 + (-0.01%/360)) |
| ... | ... | ... |
| Compounded SARON (3M) | ca. -0.02% |
Stand Februar 2026 liegt der Compounded SARON (3 Monate) bei ca. -0.02%. Das bedeutet: Der SARON-Anteil deiner Hypothek ist praktisch null – du zahlst vor allem die Bankmarge.
Wo kannst du den SARON einsehen?
Der SARON ist öffentlich zugänglich. Du findest die aktuellen und historischen Werte auf:
- SIX Swiss Exchange: Tagesaktuelle SARON-Werte und historische Daten
- SNB Datenportal: Historische Zeitreihen und Statistiken
Das unterscheidet den SARON fundamental vom alten LIBOR: Du kannst jederzeit nachprüfen, wie sich dein Referenzzinssatz entwickelt. Bei einer SARON-Hypothek weisst du also immer, auf welcher Basis dein Zinssatz berechnet wird.
SARON-Geschichte: Warum der LIBOR abgelöst wurde
Der SARON hat eine Vorgeschichte, die eng mit einem der grössten Finanzskandale verknüpft ist.
Das Problem mit dem LIBOR
Der LIBOR (London Interbank Offered Rate) war jahrzehntelang der weltweit wichtigste Referenzzinssatz. Auch in der Schweiz basierten Geldmarkthypotheken – damals «LIBOR-Hypotheken» genannt – auf diesem Zinssatz.
Das Problem: Der LIBOR wurde nicht anhand tatsächlicher Transaktionen berechnet, sondern basierte auf Schätzungen von Banken. Jede teilnehmende Bank meldete, zu welchem Zinssatz sie sich theoretisch Geld leihen könnte. Aus diesen Meldungen wurde ein Durchschnitt gebildet.
Ab 2012 wurde öffentlich, dass mehrere Grossbanken den LIBOR systematisch manipuliert hatten – sie gaben absichtlich falsche Werte an, um eigene Handelsgewinne zu erzielen. Der Vertrauensverlust war enorm, Milliardenstrafen folgten.
Der Weg zum SARON: Eine Zeitleiste
| Jahr | Meilenstein |
|---|---|
| 2009 | Die SIX Swiss Exchange beginnt mit der Berechnung des SARON |
| 2012 | Der LIBOR-Manipulationsskandal wird öffentlich |
| 2017 | Die Nationale Arbeitsgruppe (NAG) unter Leitung der SNB empfiehlt SARON als CHF-LIBOR-Nachfolger |
| 2019 | Erste Schweizer Banken bieten SARON-Hypotheken an |
| Ende 2021 | Der CHF-LIBOR wird endgültig eingestellt |
| 2022 | Alle bestehenden LIBOR-Hypotheken werden auf SARON umgestellt |
Der Übergang verlief für die meisten Hypothekarnehmer reibungslos. Wenn du vor 2022 eine LIBOR-Hypothek hattest, hat deine Bank die Umstellung automatisch vorgenommen. Die Funktionsweise – Referenzzins plus Bankmarge – blieb gleich.
Aktueller SARON-Zinssatz und historische Entwicklung
Der SARON bewegt sich aktuell auf historisch tiefem Niveau. Hier der aktuelle Stand der Hypothekarzinsen:
| Metrik | Wert | Stand |
|---|---|---|
| SARON (Overnight) | ca. -0.02% | Februar 2026 |
| Compounded SARON (3 Monate) | ca. -0.02% | Februar 2026 |
| SNB-Leitzins | 0.00% | Seit Juni 2025 |
Der negative SARON bedeutet: Banken erhalten aktuell sogar einen minimalen Zins, wenn sie sich über Nacht Geld leihen. Für dich als Hypothekarnehmer bedeutet das Folgendes: Die meisten Banken wenden bei SARON-Hypotheken einen Floor (Untergrenze) von 0% an. Du zahlst also mindestens die vereinbarte Marge – der SARON-Anteil fällt nicht unter null.
Der tiefe SARON ist eine direkte Folge der SNB-Geldpolitik. Seit Juni 2025 steht der Leitzins bei 0%. Die SNB reagierte damit auf eine Inflation nahe 0% und moderates Wirtschaftswachstum. Der SARON folgt dem Leitzins eng – steigt der Leitzins, steigt auch der SARON.
Zum Vergleich: Im September 2022, während der Zinswende, lag der SARON noch bei über 0.90%. Seither ist er durch die sukzessiven SNB-Zinssenkungen kontinuierlich gesunken.
SARON-Prognose 2026 und 2027
Was erwartet dich in den nächsten Monaten und Jahren?
| Zeitraum | SARON (Prognose) | SNB-Leitzins | Einordnung |
|---|---|---|---|
| Aktuell (Feb 2026) | -0.02% | 0.00% | Historisch tief |
| Ende 2026 | -0.02% (stabil) | 0.00% | Keine Veränderung erwartet |
| Ende 2027 | ca. 0.20% | 0.25% (geschätzt) | Leichter Anstieg nach erster SNB-Zinserhöhung |
| Ende 2028 | ca. 0.42% | 0.50% (geschätzt) | Moderater Anstieg |
Quellen: ZKB Zinsprognose, cash.ch, LUKB
Einordnung: Der Konsens unter Schweizer Bankenökonomen lautet: Der SNB-Leitzins bleibt das gesamte Jahr 2026 bei 0%. Eine erste Zinserhöhung wird frühestens für das erste Halbjahr 2027 erwartet. Selbst dann würde der SARON nur moderat steigen.
Allerdings: Prognosen sind keine Garantien. Eine unerwartete Inflationsbeschleunigung oder geopolitische Schocks könnten die SNB zu schnelleren Zinsschritten veranlassen.
Was bedeutet der SARON für deine Hypothek?
Der SARON ist der Dreh- und Angelpunkt der SARON-Hypothek – aktuell die günstigste Hypothekenart in der Schweiz. So hängt alles zusammen:
Dein Hypothekarzins = Compounded SARON + Bankmarge
Die Bankmarge ist der Zuschlag, den deine Bank auf den SARON erhebt. Sie bewegt sich aktuell zwischen 0.80% und 1.50% und bleibt während deines Rahmenvertrags (3-5 Jahre) konstant. Der Compounded SARON wird alle 3 Monate neu berechnet.
Kurzbeispiel:
| Position | Betrag |
|---|---|
| Hypothek | CHF 500'000 |
| Compounded SARON | -0.02% (Floor: 0%) |
| Bankmarge | 0.95% |
| Gesamtzins | 0.95% |
| Jährliche Zinskosten | CHF 4'750 |
| Monatliche Belastung | CHF 396 |
Zum Vergleich: Eine 10-jährige Festhypothek kostet aktuell 1.50-1.90%. Das sind CHF 7'500 bis CHF 9'500 pro Jahr bei CHF 500'000 Hypothek.
Ob eine SARON-Hypothek für dich sinnvoll ist, hängt von deiner Risikobereitschaft und deinen finanziellen Reserven ab. Einen ausführlichen Vergleich findest du auf unserer Seite SARON vs. Festhypothek. Und um zu prüfen, ob deine Tragbarkeit gegeben ist, kannst du unseren Hypothekenrechner nutzen.
Häufige Fragen zum SARON
Was bedeutet SARON?
SARON steht für Swiss Average Rate Overnight. Es ist der offizielle Schweizer Referenzzinssatz für den besicherten Geldmarkt. Berechnet wird er täglich von der SIX Swiss Exchange auf Basis tatsächlicher Transaktionen im Repo-Markt.
Wie hoch ist der SARON aktuell?
Stand Februar 2026 liegt der SARON (Overnight) bei ca. -0.02%. Der Compounded SARON über 3 Monate liegt ebenfalls bei ca. -0.02%. Der SNB-Leitzins steht bei 0.00%.
Wer berechnet den SARON?
Die SIX Swiss Exchange berechnet den SARON an jedem Geschäftstag um 18:00 Uhr. Die Datenbasis sind abgeschlossene Transaktionen und verbindliche Kursstellungen im Schweizer Repo-Markt. Die SNB überwacht den SARON als systemrelevanten Referenzzinssatz.
Was ist der Unterschied zwischen SARON und LIBOR?
Der LIBOR basierte auf Schätzungen von Banken und war anfällig für Manipulationen. Der SARON hingegen wird auf Basis tatsächlicher Transaktionen berechnet und ist dadurch transparenter und robuster. Der CHF-LIBOR wurde Ende 2021 eingestellt und vollständig durch den SARON ersetzt.
Was ist der Compounded SARON?
Der Compounded SARON ist ein aufgezinster Durchschnitt der täglichen SARON-Werte über eine bestimmte Periode (meist 3 Monate). Er wird für SARON-Hypotheken verwendet, weil ein täglich wechselnder Overnight-Zinssatz für Hypotheken unpraktisch wäre.
Kann der SARON negativ werden?
Ja, der SARON kann negativ werden – und ist es aktuell auch (ca. -0.02%). Ein negativer SARON bedeutet, dass Banken für das Verleihen von Geld einen minimalen Zins erhalten. Bei SARON-Hypotheken wenden die meisten Banken einen Floor von 0% an, sodass du mindestens die Bankmarge zahlst.
Wie wirkt sich der SARON auf meine Hypothek aus?
Bei einer SARON-Hypothek setzt sich dein Zinssatz aus dem Compounded SARON plus der Bankmarge zusammen. Steigt der SARON, steigen deine Hypothekarkosten – allerdings erst bei der nächsten Quartalsanpassung. Bei einer Hypothek von CHF 500'000 bedeutet ein SARON-Anstieg von 0.5 Prozentpunkten zusätzliche Kosten von CHF 2'500 pro Jahr.
Wie oft ändert sich der SARON?
Der SARON wird täglich neu berechnet. Für SARON-Hypotheken wird allerdings der Compounded SARON verwendet, der typischerweise alle 3 Monate (quartalsweise) neu festgesetzt wird. Dein Hypothekarzins ändert sich also nicht täglich, sondern quartalsweise.
Fazit: SARON als transparenter Massstab für deine Hypothek
Der SARON hat den LIBOR als Schweizer Referenzzinssatz abgelöst – und das aus gutem Grund. Er ist transparenter, robuster und basiert auf echten Transaktionsdaten. Aktuell liegt der SARON bei ca. -0.02%, was SARON-Hypotheken zur günstigsten Hypothekenart macht.
Wenn du wissen möchtest, ob sich eine SARON-Hypothek für dich lohnt, schau dir unseren ausführlichen Ratgeber SARON-Hypothek an. Oder vergleiche verschiedene Hypothekenmodelle mit unserem Hypothekenvergleich.