Das Wichtigste zur Bonität
Das Wichtigste auf einen Blick:
- 📊 Definition: Bonität beschreibt deine Zahlungsfähigkeit und Zahlungswilligkeit
- 🔍 Prüfung: ZEK, CRIF, Intrum und das Betreibungsregister speichern deine Finanzdaten
- ⚖ Faktoren: Einkommen, bestehende Schulden, Zahlungsverhalten und Betreibungen
- ✅ Verbesserung: Rechnungen pünktlich zahlen, Schulden tilgen, Selbstauskunft prüfen
Deine Bonität entscheidet über Kredite, Leasing und Verträge. Erfahre, wie sie in der Schweiz geprüft wird und was du tun kannst, um sie zu verbessern.
Was ist Bonität?
Bonität ist die Einschätzung, wie wahrscheinlich du Schulden zurückzahlen kannst und willst. Wenn du einen Kredit beantragst, ein Auto leasen oder einen Handyvertrag abschliessen möchtest, prüft der Anbieter deine Bonität.
Dabei unterscheiden Kreditgeber zwischen zwei Aspekten:
- Kreditfähigkeit: Kannst du den Kredit finanziell stemmen? Hier zählen dein Einkommen und deine bestehenden Verpflichtungen.
- Kreditwürdigkeit: Wirst du den Kredit auch tatsächlich zurückzahlen? Hier fliesst dein bisheriges Zahlungsverhalten ein.
In der Schweiz ist die Bonitätsprüfung bei Konsumkrediten gesetzlich vorgeschrieben (gemäss Konsumkreditgesetz KKG). Das Gesetz schützt dich davor, mehr Schulden aufzunehmen, als du tragen kannst.
Wie wird deine Bonität in der Schweiz geprüft?
Wenn du einen Kredit beantragen möchtest, fragt die Bank verschiedene Quellen ab, um deine Bonität einzuschätzen.
ZEK (Zentralstelle für Kreditinformation)
Die ZEK ist die zentrale Schweizer Stelle für Kreditinformationen. Dort werden registriert:
- Alle Kreditanträge (auch abgelehnte)
- Laufende Kredit- und Leasingverträge
- Zahlungsprobleme bei Krediten
- Kreditkartenverträge
Wichtig: Die ZEK speichert nicht nur negative, sondern auch positive Einträge. Ein pünktlich abbezahlter Kredit ist also ein gutes Zeichen für künftige Kreditgeber.
Du kannst einmal pro Jahr kostenlos eine Selbstauskunft bei der ZEK anfordern – das ist dein Recht gemäss Datenschutzgesetz (DSG Art. 8).
Auskunfteien: CRIF, Intrum, Creditreform
Neben der ZEK gibt es private Auskunfteien, die Bonitätsdaten sammeln:
- CRIF: Die grösste Auskunftei der Schweiz. Speichert Betreibungen, Verlustscheine, Inkassofälle und Handelsregisterdaten.
- Intrum: Fokussiert auf Zahlungsverhalten und Inkassofälle.
- Creditreform: Vor allem für Firmenbonitäten relevant.
Bei allen Auskunfteien kannst du eine Selbstauskunft anfordern. Einmal jährlich ist das gemäss Datenschutzgesetz kostenlos.
Das Betreibungsregister
Das Betreibungsregister beim zuständigen Betreibungsamt ist die wichtigste Quelle für Negativeinträge. Hier werden gespeichert:
- Offene und bezahlte Betreibungen
- Verlustscheine
- Konkurse
Viele Vermieter und Arbeitgeber verlangen einen Betreibungsauszug. Ein sauberer Auszug ist also nicht nur für Kredite wichtig.
Was beeinflusst deine Bonität?
Verschiedene Faktoren bestimmen, wie Kreditgeber deine Bonität einschätzen:
- Einkommen und Beschäftigung: Ein regelmässiges Einkommen und ein unbefristetes Arbeitsverhältnis wirken positiv.
- Bestehende Verpflichtungen: Laufende Kredite, Leasingverträge und Kreditkartenschulden werden berücksichtigt (erfasst via IKO/ZEK). Je mehr du bereits schuldest, desto weniger Spielraum bleibt.
- Zahlungsverhalten: Hast du Rechnungen immer pünktlich bezahlt? Mahnungen und Inkassofälle hinterlassen Spuren.
- Betreibungen und Verlustscheine: Das sind die schwerwiegendsten Negativmerkmale. Sie bleiben jahrelang gespeichert (gemäss SchKG).
- Wohnsituation: Häufige Umzüge können als Instabilität gewertet werden.
- Anzahl Kreditanfragen: Zu viele Anfragen in kurzer Zeit wirken, als wärst du verzweifelt auf der Suche nach Geld. Jede Anfrage wird 12 Monate bei der ZEK gespeichert.
Wie kannst du deine Bonität verbessern?
Rechnungen pünktlich bezahlen: Klingt simpel, ist aber der wichtigste Faktor. Mahnungen und Inkasso vermeiden.
Schulden reduzieren: Bezahle Kreditkartensaldi vollständig, statt nur den Mindestbetrag. Tilge laufende Kredite nach Möglichkeit vorzeitig.
Betreibungen bereinigen: Offene Beträge begleichen. Nach Bezahlung vermerkt das Betreibungsamt die Tilgung – aber der Eintrag bleibt 5 Jahre sichtbar (gemäss SchKG).
Selbstauskunft prüfen: Fehlerhafte Einträge bei ZEK oder CRIF kannst du korrigieren lassen. Das lohnt sich.
Wenige Kreditanfragen stellen: Jede Anfrage wird bei der ZEK registriert und bleibt 12 Monate sichtbar. Stelle nicht bei zehn Banken gleichzeitig einen Antrag.
Budget im Griff haben: Bei Konsumkrediten gilt der 36-Monats-Test (gemäss KKG Art. 28): Du musst den Kredit innert 36 Monaten mit deinem verfügbaren Einkommen zurückzahlen können.
Wie lange bleiben Einträge gespeichert?
Die Speicherdauer hängt vom Eintragstyp ab:
| Eintragstyp | Speicherdauer |
|---|---|
| Kreditanfragen (ZEK) | 12 Monate |
| Laufende Kredite (ZEK) | Bis 3 Jahre nach Abschluss |
| Negative Zahlungserfahrungen | 3 Jahre nach Tilgung |
| Betreibungen (bezahlt) | 5 Jahre |
| Verlustscheine | 20 Jahre |
| Konkurs | 5 Jahre nach Abschluss |
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