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Eigenkapital für die Hypothek: Die 20%-Regel und alle Quellen im Überblick
Hypotheken

Eigenkapital für die Hypothek: Die 20%-Regel und alle Quellen im Überblick

Für eine Hypothek in der Schweiz brauchst du mindestens 20% Eigenkapital. Davon müssen 10% aus harten Eigenmitteln stammen. Wir zeigen dir, welche Quellen zählen und wie die Berechnung funktioniert.

Alexander SengerAlexander Senger
|
12. Februar 2026
Aktualisiert: 3. April 2026

Was zählt als Eigenkapital für eine Hypothek?

Das Wichtigste auf einen Blick

  • 🏠 Mindestens 20% des Kaufpreises müssen als Eigenkapital eingebracht werden
  • 💪 Davon mindestens 10% harte Eigenmittel (Ersparnisse, Säule 3a, Wertschriften, Erbvorbezug)
  • 🔄 Die restlichen 10% können weiche Eigenmittel sein (Pensionskasse)
  • 💰 Bei einem Kaufpreis von CHF 800’000 brauchst du mindestens CHF 160’000 Eigenkapital

Eigenkapital – im Bankenjargon auch «Eigenmittel» genannt – ist der Teil des Kaufpreises, den du nicht über eine Hypothek finanzierst. In der Schweiz verlangen Banken mindestens 20% des Kaufpreises als Eigenkapital. Die maximale Belehnung (also der Hypothekaranteil) liegt bei 80%.

Diese 20%-Regel ist kein Gesetz im engeren Sinn, sondern eine Richtlinie der Schweizerischen Bankiervereinigung (SBVg), die von der FINMA als aufsichtsrechtlicher Mindeststandard anerkannt wird. Seit der Umsetzung von Basel III am 1. Januar 2025 sind die regulatorischen Grundlagen nochmals verstärkt worden.

Warum verlangen Banken überhaupt Eigenkapital? Der Grund ist ein Risikopuffer: Sollten die Immobilienpreise fallen, schützt das Eigenkapital die Bank vor Verlusten. Für dich bedeutet es: Wer mehr Eigenkapital einbringt, erhält oft bessere Zinskonditionen – etwa bei einer Festhypothek – und hat eine höhere Chance auf Bewilligung.

Gut zu wissen: Wenn der Schätzwert der Bank tiefer liegt als der Kaufpreis, rechnet die Bank mit dem niedrigeren Wert. Die Differenz musst du zusätzlich aus eigener Tasche finanzieren – sie zählt nicht zum anrechenbaren Eigenkapital.

Harte und weiche Eigenmittel: Was ist der Unterschied?

Nicht alle Ersparnisse sind gleichwertig. Schweizer Banken unterscheiden zwischen harten und weichen Eigenmitteln. Von den geforderten 20% müssen mindestens die Hälfte – also 10% des Kaufpreises – aus harten Eigenmitteln stammen.

Typ Quellen Anteil am Kaufpreis
Harte Eigenmittel Kontoguthaben, Wertschriften, Säule 3a, Erbvorbezug, Schenkung Mindestens 10%
Weiche Eigenmittel Pensionskasse (2. Säule) Maximal 10%
Nicht anerkannt Private Darlehen (ohne Rangrücktritt), Konsumkredite, erwartete Erbschaften 0%

Warum diese Unterscheidung? Harte Eigenmittel stehen dir sofort und uneingeschränkt zur Verfügung. Pensionskassengelder hingegen sind gebundene Vorsorgemittel – ihr Bezug hat langfristige Auswirkungen auf deine Altersvorsorge. Die Banken wollen sicherstellen, dass ein Teil deines Eigenkapitals aus frei verfügbaren Mitteln besteht.

Harte Eigenmittel im Detail

Kontoguthaben und Wertschriften: Das Offensichtlichste – Geld auf deinem Sparkonto, Privatkonto oder in einem Wertschriftendepot (Aktien, Obligationen, Fonds). Bei Wertschriften zählt der aktuelle Marktwert, allerdings mit dem Risiko, dass dieser schwanken kann.

Säule 3a (gebundene Vorsorge): Dein Säule-3a-Guthaben zählt als hartes Eigenkapital. Du hast zwei Optionen: Vorbezug oder Verpfändung. Beim Vorbezug wird das Geld ausbezahlt und du zahlst eine einmalige Kapitalbezugssteuer. Bei der Verpfändung bleibt das Geld angelegt und dient der Bank als Sicherheit. Mehr dazu im Abschnitt weiter unten.

Erbvorbezug und Schenkung: Wenn deine Eltern oder Verwandte dich mit einer Geldzuwendung unterstützen, zählt das als hartes Eigenkapital. Wichtig: Ein Erbvorbezug wird später bei der Erbteilung angerechnet (Nominalwertprinzip). Schenkungen können unter Umständen ebenfalls der Ausgleichungspflicht unterliegen.

Weiche Eigenmittel im Detail

Pensionskasse (2. Säule): Guthaben aus der beruflichen Vorsorge kannst du für den Kauf von selbstbewohntem Wohneigentum einsetzen. Allerdings gelten strenge Regeln gemäss BVG Art. 30c:

  • Mindestbetrag beim Vorbezug: CHF 20’000
  • Vorbezug nur alle 5 Jahre möglich
  • Ab Alter 50: Maximal das Guthaben per Alter 50 oder 50% des aktuellen Guthabens (höherer Betrag gilt)
  • Zustimmung des Ehepartners erforderlich
  • Nur für selbstbewohntes Wohneigentum (nicht für Ferienwohnungen oder Renditeobjekte)

Achtung: Ein Vorbezug der Pensionskasse reduziert deine Altersrente und die Risikoleistungen (Invalidität, Todesfall). Prüfe vorher, wie gross die Einbusse ausfällt – und ob du sie mit einer Zusatzversicherung kompensieren solltest.

Rechenbeispiel: Eigenkapital bei CHF 800’000 Kaufpreis

Ein konkretes Beispiel zeigt, wie die Eigenkapital-Berechnung in der Praxis funktioniert. Gleichzeitig ist die Tragbarkeit ein entscheidender Faktor – denn genug Eigenkapital allein reicht nicht: Du musst dir die Hypothek auch leisten können.

1

Kaufpreis und Mindest-Eigenkapital bestimmen

Bei CHF 800’000 Kaufpreis brauchst du mindestens 20% = CHF 160’000 Eigenkapital.

2

Hartes und weiches Eigenkapital aufteilen

Mindestens CHF 80’000 müssen aus harten Eigenmitteln stammen. Die restlichen CHF 80’000 können weiche Eigenmittel (Pensionskasse) sein.

3

Hypothek und Tranchen berechnen

Die maximale Hypothek beträgt CHF 640’000, aufgeteilt in 1. Hypothek (bis 66% = CHF 528’000) und 2. Hypothek (CHF 112’000).

Position Betrag
Kaufpreis CHF 800’000
Eigenkapital (20%) CHF 160’000
– davon hart (10%) CHF 80’000
– davon weich (10%) CHF 80’000
Hypothek (80%) CHF 640’000
– 1. Hypothek (bis 66%) CHF 528’000
– 2. Hypothek (14%) CHF 112’000

Wie sieht das bei verschiedenen Kaufpreisen aus?

Kaufpreis Eigenkapital (20%) Hartes EK (10%) Weiches EK (10%) Max. Hypothek
CHF 600’000 CHF 120’000 CHF 60’000 CHF 60’000 CHF 480’000
CHF 800’000 CHF 160’000 CHF 80’000 CHF 80’000 CHF 640’000
CHF 1’000’000 CHF 200’000 CHF 100’000 CHF 100’000 CHF 800’000
CHF 1’200’000 CHF 240’000 CHF 120’000 CHF 120’000 CHF 960’000

Vergiss nicht: Zusätzlich zum Eigenkapital fallen Nebenkosten an – Handänderungssteuer, Notarkosten und Grundbuchgebühren. Je nach Kanton sind das nochmals 1-5% des Kaufpreises. Diese Kosten musst du separat finanzieren. Nutze unseren Tragbarkeitsrechner, um deine Gesamtbelastung zu prüfen.

Säule 3a für die Hypothek: Vorbezug oder Verpfändung?

Die Säule 3a ist eine der wichtigsten Eigenkapitalquellen für den Hauskauf. Du hast zwei Möglichkeiten: Vorbezug (Geld wird ausbezahlt) oder Verpfändung (Geld bleibt angelegt, dient als Sicherheit).

Kriterium Vorbezug Verpfändung
Kapitalfluss Geld wird dir ausbezahlt Geld bleibt im 3a-Konto
Hypothek Reduziert die Hypothekarsumme Hypothek bleibt höher, tiefere Marge
Steuern Kapitalbezugssteuer (~5-8%) Keine Steuern
Vorsorgeülcke Ja, Guthaben fehlt im Alter Nein, Vorsorge bleibt bestehen
Steuerabzug Hypothekarzinsen sinken = weniger Abzug Hypothekarzinsen bleiben = mehr Abzug
Flexibilität Teilbezug möglich (alle 5 Jahre) Gesamter Betrag als Sicherheit

Empfehlung: Die Verpfändung ist in vielen Fällen die klügere Wahl. Du zahlst keine Kapitalbezugssteuer, deine Vorsorge bleibt intakt und du profitierst weiterhin vom Steuerabzug der Hypothekarzinsen. Allerdings: Deine monatliche Belastung ist höher, weil die Hypothek grösser bleibt. Prüfe, was zu deiner Situation passt.

Mehr Details findest du in unserem Ratgeber Säule 3a für die Hypothek.

Erbvorbezug und Schenkung als Eigenkapital

Immer mehr Eigenheimkäufer in der Schweiz setzen auf finanzielle Unterstützung aus der Familie. Ein Erbvorbezug oder eine Schenkung zählt als hartes Eigenkapital und kann den entscheidenden Unterschied machen.

Erbvorbezug: Eine freiwillige Zuwendung deiner Eltern, die später bei der Erbteilung angerechnet wird. Das bedeutet: Deine Geschwister erhalten im Erbfall einen entsprechend grösseren Anteil. Die Anrechnung erfolgt zum Nominalwert (bei Geld) oder zum Verkehrswert (bei Sachwerten).

Schenkung: Im Unterschied zum Erbvorbezug kann eine Schenkung von der Ausgleichungspflicht befreit werden – allerdings nur, wenn dies ausdrücklich vereinbart wird und keine Pflichtteile verletzt werden.

Steuerlich: In den meisten Kantonen sind Zuwendungen an direkte Nachkommen (Kinder) steuerbefreit oder unterliegen nur geringen Steuersätzen. Es lohnt sich, den kantonalen Steuerrechner zu konsultieren.

Eigenkapital nach Objekttyp: Eigenheim, Ferienwohnung, Renditeobjekt

Die 20%-Regel gilt nur für selbstbewohntes Wohneigentum. Bei anderen Objekttypen sind die Anforderungen deutlich strenger.

Kriterium Eigenheim Ferienwohnung Renditeobjekt
Mindest-Eigenkapital 20% 33-50% 25%
Hartes Eigenkapital 10% 33-50% 25%
Weiches Eigenkapital Bis 10% erlaubt Nicht erlaubt Nicht erlaubt
Vorsorgegelder (2./3. Säule) Erlaubt Nicht erlaubt Nicht erlaubt
Amortisation auf 2/3 15 Jahre Strenger (bankabhängig) 10 Jahre

Der Grund für die strengeren Regeln bei Ferien- und Renditeliegenschaften: Der Staat will verhindern, dass Vorsorgegelder für nicht selbstbewohnte Immobilien riskiert werden. Ausserdem haben Renditeobjekte seit Basel III (1. Januar 2025) höhere Risikogewichte, was sich in höheren Zinsen oder strengeren Anforderungen niederschlägt. (Stand: Februar 2026)

5 Tipps: So baust du dein Eigenkapital schneller auf

Tipp 1: Säule 3a konsequent einzahlen
Der jährliche Maximalbetrag liegt bei CHF 7’258 (2026, mit Pensionskasse). Über 10 Jahre ergibt das über CHF 72’000 – ohne Rendite. Mit einer Wertschriften-3a-Lösung kann deutlich mehr drin sein.

Tipp 2: Mehrere 3a-Konten führen
Führe 3-5 separate 3a-Konten. So kannst du später gestaffelt beziehen und die Steuerprogression brechen. Das ist legal und weit verbreitet.

Tipp 3: Ersparnisse in Wertschriften anlegen
Auf dem Sparkonto gibt es kaum Zinsen. Wenn der Hauskauf noch 5-10 Jahre entfernt liegt, kann ein breit diversifizierter Indexfonds langfristig deutlich mehr Rendite bringen.

Tipp 4: Erbvorbezug früh ansprechen
Ein heikles Thema – aber je früher du es mit deinen Eltern besprichst, desto besser könnt ihr gemeinsam planen. Viele Eltern helfen gern, wenn sie früh einbezogen werden.

Tipp 5: Nebenkosten nicht vergessen
Handänderungssteuer, Notar und Grundbuchgebühren kosten je nach Kanton 1-5% zusätzlich. Plane diese separat ein, damit dein Eigenkapital vollständig für die Hypothek zur Verfügung steht. Ein Hypothekenvergleich hilft dir, die günstigsten Konditionen zu finden.

Alexander Senger

Geprüft und freigegeben von

Alexander Senger

Gründer & Geschäftsführer

Als Diplom-Finanzfachwirt (FH) und Gründer der Capitalo Finanzservices GmbH bewertet er seit 2014 systematisch Finanzprodukte im DACH-Raum. Capitalo steht für unabhängige, transparente Vergleiche – kostenlos und im Interesse der Nutzer. Erstellt mit KI-Unterstützung, fachlich geprüft und freigegeben von Alexander Senger.

Erfahrung

15+ Jahre Finanzbranche

Qualifikation

Diplom-Finanzfachwirt (FH)

Registrierung

§34c & §34d GewO

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Inhaltsverzeichnis

  • Harte und weiche Eigenmittel: Was ist der Unterschied?
  • Rechenbeispiel: Eigenkapital bei CHF 800’000 Kaufpreis
  • Säule 3a für die Hypothek: Vorbezug oder Verpfändung?
  • Erbvorbezug und Schenkung als Eigenkapital
  • Eigenkapital nach Objekttyp: Eigenheim, Ferienwohnung, Renditeobjekt
  • 5 Tipps: So baust du dein Eigenkapital schneller auf

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