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Kreditkarte sperren in der Schweiz: Alle Sperrnummern & Notfall-Anleitung
Kreditkarte

Kreditkarte sperren in der Schweiz: Alle Sperrnummern & Notfall-Anleitung

Alexander SengerAlexander Senger
|
12. März 2026
Aktualisiert: 3. April 2026

Kreditkarte verloren oder gestohlen? Hier findest du alle Sperrnummern der Schweizer Anbieter und eine Schritt-für-Schritt-Anleitung für den Notfall.

So sperrst du deine Kreditkarte in der Schweiz

Das Wichtigste auf einen Blick

  • 📞 Sofort sperren: Ruf die Sperrnummer deines Anbieters an oder sperre die Karte direkt in der Banking-App
  • ⏱️ Keine zentrale Nummer: Die Schweiz hat kein Äquivalent zur deutschen 116 116 – jeder Anbieter hat eigene Hotlines
  • 🛡️ Keine Haftung bei Sorgfalt: Wenn du sofort sperrst und deine PIN geheim gehalten hast, haftest du in der Regel nicht für Missbrauch
  • 🚨 Bei Diebstahl: Nach dem Sperren Polizeianzeige erstatten (Nummer 117) und Konto auf verdächtige Buchungen prüfen

Deine Kreditkarte ist weg – und jetzt zählt jede Sekunde. Je schneller du sperrst, desto geringer ist das Risiko, dass jemand damit bezahlt. In der Schweiz gibt es keine zentrale Sperrnummer wie die 116 116 in Deutschland. Du musst direkt bei deinem Kartenherausgeber anrufen oder die Karte in der App sperren.

Grundsätzlich gilt: Die Sperrung ist sofort wirksam. Ab dem Zeitpunkt deines Anrufs oder der App-Sperrung können keine neuen Transaktionen mehr ausgeführt werden.

Alle Sperrnummern der Schweizer Kreditkartenherausgeber

Hier findest du die Sperrnummern aller grossen Schweizer Kreditkartenherausgeber auf einen Blick. Speichere die Nummer deines Anbieters am besten jetzt in deinem Handy – im Notfall hast du sie dann sofort griffbereit.

Anbieter Sperrnummer Erreichbarkeit App-Sperrung
Viseca +41 58 958 83 83 24/7 ✅ one App
Swisscard +41 44 659 69 00 24/7/365 ✅ Swisscard App
Cornèrcard +41 91 800 41 41 24/7 📞 Sperrung via Hotline; App-Funktion prüfen
UBS via App/E-Banking (gratis) 24/7 ✅ UBS Mobile Banking
PostFinance +41 58 448 14 14 24h Kartensperr-Hotline ✅ PostFinance App
Raiffeisen (Kreditkarten) +41 58 958 69 11 24/7 ✅ one App
Raiffeisen (Debitkarten) +41 844 888 800 Mo–Fr 7.30–21, Sa 9–13 ✅ E-Banking
Cembra +41 44 439 54 50 24/7 ✅ Cembra App
Neon +41 43 508 03 19 24/7 ✅ Neon App
Revolut In-App oder +370 5214 3608 24/7 ✅ Revolut App
Yuh In-App 24/7 ✅ Yuh App
Zak In-App (one App) 24/7 ✅ Zak App
ZKB (Debit) +41 844 843 823 24/7 ✅ ZKB App
ZKB (Kredit/Viseca) +41 58 958 83 83 24/7 ✅ one App

Sperrnummern verifiziert im März 2026 über offizielle Anbieter-Webseiten.

Tipp: Viele Kantonalbanken und Regionalbanken nutzen Viseca als Kartenherausgeber. Wenn du nicht sicher bist, wer deine Karte herausgegeben hat, ruf zuerst bei Viseca an: +41 58 958 83 83.

Kreditkarte sperren – Schritt für Schritt

Was tun, wenn die Kreditkarte weg ist? Folge dieser Notfall-Anleitung:

1

Karte sofort sperren

Ruf die Sperrnummer deines Anbieters an oder sperre die Karte in der Banking-App. Die Sperrung wirkt sofort – ab diesem Moment sind keine neuen Transaktionen mehr möglich.

2

Kontoauszüge auf verdächtige Buchungen prüfen

Öffne dein E-Banking oder die App und prüfe, ob bereits unberechtigte Transaktionen durchgeführt wurden. Falls ja: Melde sie sofort deiner Bank.

3

Bei Diebstahl: Polizeianzeige erstatten

Wenn deine Karte gestohlen wurde (nicht nur verloren), erstatte Anzeige bei der Polizei. Das geht bei jedem Polizeiposten oder in vielen Kantonen auch online. Die Anzeige brauchst du als Nachweis für allfällige Versicherungsansprüche.

4

Ersatzkarte bestellen

Die meisten Banken verschicken automatisch eine Ersatzkarte nach der Sperrung. Rechne mit rund 5 Arbeitstagen Lieferzeit (Stand: März 2026). In der Zwischenzeit kannst du bei vielen Anbietern deine neue Karte bereits digital über Apple Pay oder Google Pay nutzen. Wenn du gleich eine bessere Karte möchtest, kannst du eine neue Kreditkarte beantragen.

5

Daueraufträge und Abos aktualisieren

Deine IBAN und Kontonummer bleiben gleich, aber die Kartennummer ändert sich. Prüfe alle Online-Shops, Streaming-Dienste und Abos, bei denen du deine Kartendaten hinterlegt hast, und aktualisiere die Kartennummer.

Wichtig – Reklamationsfrist beachten: Die meisten Schweizer Banken setzen eine Frist von 30 Tagen nach Erhalt des Monatsauszugs. Reklamierst du verdächtige Buchungen nicht innert dieser Frist, gelten sie als genehmigt.

Kreditkarte per App sperren – welche Anbieter bieten das an?

Die schnellste Methode, deine Karte zu sperren, ist die Banking-App. In wenigen Sekunden ist die Karte deaktiviert – ohne Wartezeit in der Hotline. Und bei einigen Banken ist die App-Sperrung erst noch gratis, während die telefonische Sperrung Gebühren kostet.

UBS zum Beispiel verlangt CHF 20 für eine telefonische Sperrung – über die App ist sie gratis (Stand: März 2026).

Diese Schweizer Anbieter ermöglichen die Kartensperrung per App:

  • PostFinance: PostFinance App → «Meine Karten» → «Sperren»
  • UBS: UBS Mobile Banking → «Karten» → «Sperren»
  • Raiffeisen: one App → Kartenverwaltung
  • Neon: Neon App → direkt auf der Startseite
  • Yuh: Yuh App → Kartenverwaltung
  • Zak: one App → Kartenverwaltung
  • Viseca-Partner: one App (für alle Banken, die Viseca-Karten ausgeben)
  • Swisscard: Swisscard App → Kartensperrung
  • Cembra: Cembra App → Karte sperren
  • Revolut: Revolut App → Kartenverwaltung

Tipp: Installiere die Banking-App deines Anbieters jetzt – nicht erst im Notfall. Im Stress nach einem Diebstahl willst du nicht erst eine App herunterladen und dich registrieren müssen.

Temporäre vs. dauerhafte Sperrung

Viele Banken bieten zwei Optionen an: eine temporäre Sperre (Freeze/Pause) und eine dauerhafte Sperrung.

Temporäre Sperre Dauerhafte Sperrung
Wann sinnvoll Karte verlegt, unsicher ob verloren Karte gestohlen oder definitiv weg
Kartennummer Bleibt gleich Neue Nummer mit Ersatzkarte
Rückgängig machbar ✅ Ja, jederzeit in der App ❌ Nein, nicht mehr möglich
Ersatzkarte nötig Nein Ja (wird automatisch verschickt)
Daueraufträge betroffen Nein Ja – Kartennummer muss aktualisiert werden

Grundsätzlich gilt: Wenn du dir nicht sicher bist, ob die Karte wirklich weg ist, nutze zuerst die temporäre Sperre. So kannst du die Karte später einfach wieder aktivieren, falls du sie doch noch findest.

Allerdings: Wenn deine Karte gestohlen wurde oder du verdächtige Transaktionen siehst, wähle die dauerhafte Sperrung. Sicherheit geht vor Bequemlichkeit.

Haftung bei Kartenmissbrauch – deine Rechte in der Schweiz

Wer zahlt, wenn jemand mit deiner gestohlenen Karte einkauft? Grundsätzlich gilt in der Schweiz: Wenn du deine Sorgfaltspflichten erfüllt hast, haftest du nicht für missbräuchliche Transaktionen.

Diese Sorgfaltspflichten musst du einhalten:

  • PIN geheim halten – niemals notieren oder zusammen mit der Karte aufbewahren
  • Karte sicher aufbewahren – nicht in offenen Taschen oder unbeaufsichtigt lassen
  • Sofort sperren – bei Verlust oder Diebstahl unverzüglich die Karte sperren lassen
  • Kontoauszüge prüfen – regelmässig kontrollieren und verdächtige Buchungen innert 30 Tagen melden

Die rechtliche Grundlage bildet Art. 398 des Obligationenrechts (OR), der die Bank als Auftragnehmerin zur sorgfältigen Geschäftsführung verpflichtet. Die individuellen Kartenbedingungen deiner Bank konkretisieren diese Pflichten.

Praxisbeispiel: Manipulierter Bancomat: Der Schweizer Bankenombudsman entschied in einem Fall, dass eine Kundin volle Entschädigung erhalten muss, obwohl Betrüger über einen manipulierten Bancomaten an ihre Kartendaten gelangten. Begründung: Von einem durchschnittlichen Kunden kann nicht erwartet werden, eine äusserlich unauffällige Manipulation eines Bancomaten zu erkennen. (Quelle: bankingombudsman.ch)

Bei grober Fahrlässigkeit (z.B. PIN auf der Karte notiert) kann die Bank die Haftung jedoch auf dich übertragen. Halte dich an die Sorgfaltspflichten – dann bist du auf der sicheren Seite.

Kreditkartenbetrug in der Schweiz – aktuelle Zahlen

Kreditkartenbetrug nimmt in der Schweiz spürbar zu. Das zeigen die Zahlen aus dem Bankenombudsman Jahresbericht 2024:

  • 270 Betrugsfälle wurden 2024 beim Schweizer Bankenombudsman behandelt – erstmals die häufigste Problemursache überhaupt
  • 264 Fälle davon betrafen den Bereich Konto, Zahlungsverkehr und Karten (+17% gegenüber 2023)
  • 975'309 Phishing-Meldungen registrierte das Bundesamt für Cybersicherheit (BACS) 2024 – ein Anstieg von 79% gegenüber dem Vorjahr
  • 20'872 Phishing-Webseiten wurden 2024 identifiziert (+108%)

Bankenombudsman Andreas Barfuss warnt: «Für die betroffenen Personen sind dies schwere Schicksalsschläge, die neben den materiellen oft auch schwere psychische Folgen haben.»

Die häufigsten Betrugsmethoden sind Phishing-Mails und gefälschte Webseiten, über die Betrüger Kartendaten und Zugangsinformationen stehlen. Wenn du eine verdächtige E-Mail oder Website erhältst, melde sie über antiphishing.ch beim BACS.

Alexander Senger

Geprüft und freigegeben von

Alexander Senger

Gründer & Geschäftsführer

Als Diplom-Finanzfachwirt (FH) und Gründer der Capitalo Finanzservices GmbH bewertet er seit 2014 systematisch Finanzprodukte im DACH-Raum. Capitalo steht für unabhängige, transparente Vergleiche – kostenlos und im Interesse der Nutzer. Erstellt mit KI-Unterstützung, fachlich geprüft und freigegeben von Alexander Senger.

Erfahrung

15+ Jahre Finanzbranche

Qualifikation

Diplom-Finanzfachwirt (FH)

Registrierung

§34c & §34d GewO

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Inhaltsverzeichnis

  • So sperrst du deine Kreditkarte in der Schweiz
  • Alle Sperrnummern der Schweizer Kreditkartenherausgeber
  • Kreditkarte sperren – Schritt für Schritt
  • Kreditkarte per App sperren – welche Anbieter bieten das an?
  • Temporäre vs. dauerhafte Sperrung
  • Haftung bei Kartenmissbrauch – deine Rechte in der Schweiz
  • Kreditkartenbetrug in der Schweiz – aktuelle Zahlen

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