
Kreditkarte sperren in der Schweiz: Alle Sperrnummern & Notfall-Anleitung
Kreditkarte verloren oder gestohlen? Hier findest du alle Sperrnummern der Schweizer Anbieter und eine Schritt-für-Schritt-Anleitung für den Notfall.
So sperrst du deine Kreditkarte in der Schweiz
Das Wichtigste auf einen Blick
- 📞 Sofort sperren: Ruf die Sperrnummer deines Anbieters an oder sperre die Karte direkt in der Banking-App
- ⏱️ Keine zentrale Nummer: Die Schweiz hat kein Äquivalent zur deutschen 116 116 – jeder Anbieter hat eigene Hotlines
- 🛡️ Keine Haftung bei Sorgfalt: Wenn du sofort sperrst und deine PIN geheim gehalten hast, haftest du in der Regel nicht für Missbrauch
- 🚨 Bei Diebstahl: Nach dem Sperren Polizeianzeige erstatten (Nummer 117) und Konto auf verdächtige Buchungen prüfen
Deine Kreditkarte ist weg – und jetzt zählt jede Sekunde. Je schneller du sperrst, desto geringer ist das Risiko, dass jemand damit bezahlt. In der Schweiz gibt es keine zentrale Sperrnummer wie die 116 116 in Deutschland. Du musst direkt bei deinem Kartenherausgeber anrufen oder die Karte in der App sperren.
Grundsätzlich gilt: Die Sperrung ist sofort wirksam. Ab dem Zeitpunkt deines Anrufs oder der App-Sperrung können keine neuen Transaktionen mehr ausgeführt werden.
Alle Sperrnummern der Schweizer Kreditkartenherausgeber
Hier findest du die Sperrnummern aller grossen Schweizer Kreditkartenherausgeber auf einen Blick. Speichere die Nummer deines Anbieters am besten jetzt in deinem Handy – im Notfall hast du sie dann sofort griffbereit.
| Anbieter | Sperrnummer | Erreichbarkeit | App-Sperrung |
|---|---|---|---|
| Viseca | +41 58 958 83 83 | 24/7 | ✅ one App |
| Swisscard | +41 44 659 69 00 | 24/7/365 | ✅ Swisscard App |
| Cornèrcard | +41 91 800 41 41 | 24/7 | 📞 Sperrung via Hotline; App-Funktion prüfen |
| UBS | via App/E-Banking (gratis) | 24/7 | ✅ UBS Mobile Banking |
| PostFinance | +41 58 448 14 14 | 24h Kartensperr-Hotline | ✅ PostFinance App |
| Raiffeisen (Kreditkarten) | +41 58 958 69 11 | 24/7 | ✅ one App |
| Raiffeisen (Debitkarten) | +41 844 888 800 | Mo–Fr 7.30–21, Sa 9–13 | ✅ E-Banking |
| Cembra | +41 44 439 54 50 | 24/7 | ✅ Cembra App |
| Neon | +41 43 508 03 19 | 24/7 | ✅ Neon App |
| Revolut | In-App oder +370 5214 3608 | 24/7 | ✅ Revolut App |
| Yuh | In-App | 24/7 | ✅ Yuh App |
| Zak | In-App (one App) | 24/7 | ✅ Zak App |
| ZKB (Debit) | +41 844 843 823 | 24/7 | ✅ ZKB App |
| ZKB (Kredit/Viseca) | +41 58 958 83 83 | 24/7 | ✅ one App |
Sperrnummern verifiziert im März 2026 über offizielle Anbieter-Webseiten.
Kreditkarte sperren – Schritt für Schritt
Was tun, wenn die Kreditkarte weg ist? Folge dieser Notfall-Anleitung:
Karte sofort sperren
Ruf die Sperrnummer deines Anbieters an oder sperre die Karte in der Banking-App. Die Sperrung wirkt sofort – ab diesem Moment sind keine neuen Transaktionen mehr möglich.
Kontoauszüge auf verdächtige Buchungen prüfen
Öffne dein E-Banking oder die App und prüfe, ob bereits unberechtigte Transaktionen durchgeführt wurden. Falls ja: Melde sie sofort deiner Bank.
Bei Diebstahl: Polizeianzeige erstatten
Wenn deine Karte gestohlen wurde (nicht nur verloren), erstatte Anzeige bei der Polizei. Das geht bei jedem Polizeiposten oder in vielen Kantonen auch online. Die Anzeige brauchst du als Nachweis für allfällige Versicherungsansprüche.
Ersatzkarte bestellen
Die meisten Banken verschicken automatisch eine Ersatzkarte nach der Sperrung. Rechne mit rund 5 Arbeitstagen Lieferzeit (Stand: März 2026). In der Zwischenzeit kannst du bei vielen Anbietern deine neue Karte bereits digital über Apple Pay oder Google Pay nutzen. Wenn du gleich eine bessere Karte möchtest, kannst du eine neue Kreditkarte beantragen.
Daueraufträge und Abos aktualisieren
Deine IBAN und Kontonummer bleiben gleich, aber die Kartennummer ändert sich. Prüfe alle Online-Shops, Streaming-Dienste und Abos, bei denen du deine Kartendaten hinterlegt hast, und aktualisiere die Kartennummer.
Kreditkarte per App sperren – welche Anbieter bieten das an?
Die schnellste Methode, deine Karte zu sperren, ist die Banking-App. In wenigen Sekunden ist die Karte deaktiviert – ohne Wartezeit in der Hotline. Und bei einigen Banken ist die App-Sperrung erst noch gratis, während die telefonische Sperrung Gebühren kostet.
UBS zum Beispiel verlangt CHF 20 für eine telefonische Sperrung – über die App ist sie gratis (Stand: März 2026).
Diese Schweizer Anbieter ermöglichen die Kartensperrung per App:
- PostFinance: PostFinance App → «Meine Karten» → «Sperren»
- UBS: UBS Mobile Banking → «Karten» → «Sperren»
- Raiffeisen: one App → Kartenverwaltung
- Neon: Neon App → direkt auf der Startseite
- Yuh: Yuh App → Kartenverwaltung
- Zak: one App → Kartenverwaltung
- Viseca-Partner: one App (für alle Banken, die Viseca-Karten ausgeben)
- Swisscard: Swisscard App → Kartensperrung
- Cembra: Cembra App → Karte sperren
- Revolut: Revolut App → Kartenverwaltung
Temporäre vs. dauerhafte Sperrung
Viele Banken bieten zwei Optionen an: eine temporäre Sperre (Freeze/Pause) und eine dauerhafte Sperrung.
| Temporäre Sperre | Dauerhafte Sperrung | |
|---|---|---|
| Wann sinnvoll | Karte verlegt, unsicher ob verloren | Karte gestohlen oder definitiv weg |
| Kartennummer | Bleibt gleich | Neue Nummer mit Ersatzkarte |
| Rückgängig machbar | ✅ Ja, jederzeit in der App | ❌ Nein, nicht mehr möglich |
| Ersatzkarte nötig | Nein | Ja (wird automatisch verschickt) |
| Daueraufträge betroffen | Nein | Ja – Kartennummer muss aktualisiert werden |
Grundsätzlich gilt: Wenn du dir nicht sicher bist, ob die Karte wirklich weg ist, nutze zuerst die temporäre Sperre. So kannst du die Karte später einfach wieder aktivieren, falls du sie doch noch findest.
Allerdings: Wenn deine Karte gestohlen wurde oder du verdächtige Transaktionen siehst, wähle die dauerhafte Sperrung. Sicherheit geht vor Bequemlichkeit.
Haftung bei Kartenmissbrauch – deine Rechte in der Schweiz
Wer zahlt, wenn jemand mit deiner gestohlenen Karte einkauft? Grundsätzlich gilt in der Schweiz: Wenn du deine Sorgfaltspflichten erfüllt hast, haftest du nicht für missbräuchliche Transaktionen.
Diese Sorgfaltspflichten musst du einhalten:
- PIN geheim halten – niemals notieren oder zusammen mit der Karte aufbewahren
- Karte sicher aufbewahren – nicht in offenen Taschen oder unbeaufsichtigt lassen
- Sofort sperren – bei Verlust oder Diebstahl unverzüglich die Karte sperren lassen
- Kontoauszüge prüfen – regelmässig kontrollieren und verdächtige Buchungen innert 30 Tagen melden
Die rechtliche Grundlage bildet Art. 398 des Obligationenrechts (OR), der die Bank als Auftragnehmerin zur sorgfältigen Geschäftsführung verpflichtet. Die individuellen Kartenbedingungen deiner Bank konkretisieren diese Pflichten.
Praxisbeispiel: Manipulierter Bancomat: Der Schweizer Bankenombudsman entschied in einem Fall, dass eine Kundin volle Entschädigung erhalten muss, obwohl Betrüger über einen manipulierten Bancomaten an ihre Kartendaten gelangten. Begründung: Von einem durchschnittlichen Kunden kann nicht erwartet werden, eine äusserlich unauffällige Manipulation eines Bancomaten zu erkennen. (Quelle: bankingombudsman.ch)
Bei grober Fahrlässigkeit (z.B. PIN auf der Karte notiert) kann die Bank die Haftung jedoch auf dich übertragen. Halte dich an die Sorgfaltspflichten – dann bist du auf der sicheren Seite.
Kreditkartenbetrug in der Schweiz – aktuelle Zahlen
Kreditkartenbetrug nimmt in der Schweiz spürbar zu. Das zeigen die Zahlen aus dem Bankenombudsman Jahresbericht 2024:
- 270 Betrugsfälle wurden 2024 beim Schweizer Bankenombudsman behandelt – erstmals die häufigste Problemursache überhaupt
- 264 Fälle davon betrafen den Bereich Konto, Zahlungsverkehr und Karten (+17% gegenüber 2023)
- 975'309 Phishing-Meldungen registrierte das Bundesamt für Cybersicherheit (BACS) 2024 – ein Anstieg von 79% gegenüber dem Vorjahr
- 20'872 Phishing-Webseiten wurden 2024 identifiziert (+108%)
Bankenombudsman Andreas Barfuss warnt: «Für die betroffenen Personen sind dies schwere Schicksalsschläge, die neben den materiellen oft auch schwere psychische Folgen haben.»
Die häufigsten Betrugsmethoden sind Phishing-Mails und gefälschte Webseiten, über die Betrüger Kartendaten und Zugangsinformationen stehlen. Wenn du eine verdächtige E-Mail oder Website erhältst, melde sie über antiphishing.ch beim BACS.
