Was du über Kreditwürdigkeit wissen musst
Das Wichtigste auf einen Blick
- Definition: Kreditwürdigkeit bewertet deine Vertrauenswürdigkeit als Kreditnehmer
- Unterschied: Kreditwürdigkeit (Wille) vs. Kreditfähigkeit (Mittel) = zusammen Bonität
- Prüfung: ZEK, Betreibungsamt und Auskunfteien wie CRIF oder Intrum
- Kostenlos: Einmal jährlich hast du Recht auf kostenlose Selbstauskunft
Die Kreditwürdigkeit bestimmt, ob du einen Kredit erhältst. Erfahre, was sie bedeutet, wie sie geprüft wird und wie du sie verbessern kannst.
Was ist Kreditwürdigkeit?
Die Kreditwürdigkeit beschreibt, wie wahrscheinlich es ist, dass du einen Kredit zurückzahlst. Es geht dabei weniger um dein Einkommen als um deine Zahlungsmoral und Zuverlässigkeit.
Banken und andere Kreditgeber in der Schweiz prüfen deine Kreditwürdigkeit, bevor sie dir Geld leihen. Im Gegensatz zu den USA gibt es hier keinen einheitlichen «Credit Score». Stattdessen nutzen Kreditgeber verschiedene Quellen, um ein Bild deiner Vertrauenswürdigkeit zu bekommen.
Grundsätzlich gilt: Je besser deine Kreditwürdigkeit, desto höher die Chance auf einen Kredit – und desto bessere Konditionen kannst du erwarten.
Kreditwürdigkeit vs. Kreditfähigkeit vs. Bonität
Diese drei Begriffe werden oft verwechselt. Hier die klare Abgrenzung:
| Begriff | Bedeutung | Kernfrage |
|---|---|---|
| Kreditwürdigkeit | Zahlungswilligkeit | Willst du zurückzahlen? |
| Kreditfähigkeit | Zahlungsfähigkeit | Kannst du zurückzahlen? |
| Bonität | Beides kombiniert | Bist du ein guter Schuldner? |
Die Kreditwürdigkeit betrachtet dein Verhalten: Zahlst du Rechnungen pünktlich? Hattest du früher Probleme mit Krediten? Wie stabil ist deine Lebenssituation?
Die Kreditfähigkeit hingegen ist eine rein finanzielle Berechnung. Gemäss Konsumkreditgesetz (KKG) muss jeder Konsumkredit innert 36 Monaten mit deinem verfügbaren Einkommen zurückzahlbar sein.
Bei einer Kreditvergabe prüfen Banken beides – das ist gesetzlich vorgeschrieben.
Welche Faktoren beeinflussen deine Kreditwürdigkeit?
Sechs Hauptfaktoren bestimmen, wie Kreditgeber deine Kreditwürdigkeit einschätzen:
- Zahlungsverhalten – Pünktliche Rechnungszahlung ist entscheidend. Mahnungen und Inkassofälle wirken sich negativ aus.
- Betreibungen – Offene oder vergangene Betreibungen sind ein starkes Warnsignal für Kreditgeber.
- Kredit-Historie – Die ZEK speichert alle Kreditanträge und -verträge. Frühere Kreditablehnungen bleiben 2 Jahre sichtbar.
- Wohnsituation – Eine stabile Adresse ohne häufige Umzüge signalisiert Zuverlässigkeit.
- Arbeitssituation – Ein festes Anstellungsverhältnis ist besser als Temporärarbeit oder Selbstständigkeit ohne längere Historie.
- Aufenthaltsstatus – Mit C-Ausweis hast du bessere Chancen als mit B-Ausweis. Grenzgänger haben bei einigen Anbietern Einschränkungen.
Wie wird die Kreditwürdigkeit geprüft?
In der Schweiz nutzen Kreditgeber mehrere Quellen zur Prüfung:
ZEK (Zentralstelle für Kreditinformation)
Die ZEK ist die zentrale Datenbank für Kreditinformationen in der Schweiz. Sie erfasst:
- Alle Kreditanträge und -verträge
- Zahlungsverzögerungen und Kreditablehnungen
- Laufende Leasing- und Kreditkartenverträge
Jede Bank ist verpflichtet, vor einer Kreditvergabe die ZEK abzufragen.
Betreibungsamt
Das Betreibungsamt deiner Gemeinde führt das Betreibungsregister. Ein Auszug kostet CHF 17–20 je nach Kanton (Stand: Januar 2026) und zeigt:
- Offene Betreibungen
- Verlustzertifikate
- Konkurse
Wirtschaftsauskunfteien
Vier grosse Auskunfteien sammeln Bonitätsdaten in der Schweiz:
- CRIF – Grösste Auskunftei, eigener Bonitätsscore (0–1000 Punkte)
- Intrum – Inkasso und Bonitätsauskunft
- Creditreform – Fokus auf Firmen und Privatpersonen
- Dun & Bradstreet – Internationaler Anbieter
Diese Auskunfteien berechnen eigene Scores basierend auf verschiedenen Datenquellen.
Eigene Kreditwürdigkeit prüfen
Du kannst deine Kreditwürdigkeit selbst überprüfen. Gemäss Datenschutzgesetz hast du einmal jährlich Recht auf eine kostenlose Selbstauskunft bei jeder dieser Stellen:
Schritt 1: ZEK-Auszug anfordern
- Auf zek.ch das Formular ausfüllen
- Identitätsnachweis hochladen
- Gratis, einmal pro Jahr
Schritt 2: Selbstauskunft bei Auskunfteien
- CRIF, Intrum, Creditreform oder Dun & Bradstreet
- Online-Formular mit Identitätsnachweis
- Gratis, einmal pro Jahr je Auskunftei
Schritt 3: Betreibungsregisterauszug
- Beim Betreibungsamt deines Wohnortes
- Online, per Post oder am Schalter
- Kostet CHF 17–20 (Stand: Januar 2026)
Kreditwürdigkeit verbessern
Wenn deine Kreditwürdigkeit nicht optimal ist, kannst du sie aktiv verbessern:
- Rechnungen pünktlich bezahlen – Der wichtigste Faktor. Richte Daueraufträge ein, um nichts zu vergessen.
- Offene Betreibungen begleichen – Bezahle offene Forderungen und beantrage dann die Löschung im Betreibungsregister.
- Kreditanfragen begrenzen – Jede Anfrage wird bei der ZEK registriert. Zu viele Anfragen in kurzer Zeit wirken negativ.
- Stabilität aufbauen – Vermeide häufige Umzüge und Jobwechsel, wenn möglich.
- Fehlerhafte Einträge korrigieren – Prüfe deine Auskünfte und fordere die Korrektur falscher Daten an.
Die Verbesserung deiner Kreditwürdigkeit braucht Zeit. Negative Einträge wie Kreditablehnungen bleiben bis zu 2 Jahre bei der ZEK sichtbar. Betreibungen werden erst 5 Jahre nach Tilgung gelöscht.
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Häufige Fragen zur Kreditwürdigkeit
Wie kann ich meine Kreditwürdigkeit kostenlos prüfen?
Du hast einmal jährlich Recht auf eine kostenlose Selbstauskunft bei der ZEK und allen Wirtschaftsauskunfteien (CRIF, Intrum, Creditreform). Nur der Betreibungsregisterauszug kostet CHF 17–20.
Wie lange bleiben negative Einträge sichtbar?
Kreditablehnungen bei der ZEK: 2 Jahre. Betreibungen: 5 Jahre nach Tilgung. Verlustscheine: bis zur Verjährung (20 Jahre) oder Tilgung.
Kann ich einen Kredit trotz schlechter Kreditwürdigkeit erhalten?
Es gibt Anbieter, die Kredite auch bei eingeschränkter Bonität vergeben. Allerdings sind die Zinsen dann höher, und ein Kredit ohne Bonitätsprüfung ist in der Schweiz bei seriösen Anbietern nicht möglich – die Prüfung ist gesetzlich vorgeschrieben.
Was passiert bei einer Kreditablehnung?
Die Ablehnung wird bei der ZEK registriert und bleibt 2 Jahre sichtbar. Das kann weitere Kreditanträge erschweren. Deshalb: Vor einer Anfrage die eigene Bonität prüfen.
Was ist der Unterschied zwischen ZEK und CRIF?
Die ZEK ist eine brancheneigene Datenbank der Kreditgeber, die alle Kreditverträge und -anfragen erfasst. CRIF ist eine private Wirtschaftsauskunftei, die einen eigenen Bonitätsscore berechnet (0–1000 Punkte, wobei höher besser ist). Banken nutzen meist beide Quellen.
Wie lange dauert es, bis sich meine Kreditwürdigkeit verbessert?
Das hängt von der Ausgangslage ab. Pünktliche Zahlungen wirken sich sofort positiv aus. Negative Einträge wie Betreibungen oder Kreditablehnungen brauchen jedoch Jahre, bis sie gelöscht werden.