SARON (Swiss Average Rate Overnight)
Das Wichtigste auf einen Blick
- 📉 Der SARON steht bei -0.06% (Fixing Handelsschluss, 18. August 2026). Der SNB-Leitzins liegt seit dem 20. Juni 2025 bei 0.00%
- 🏦 Berechnet wird der SARON von der SIX Index AG aus echten Repo-Geschäften, fortlaufend in Echtzeit, mit drei Fixings pro Tag um 12:00, 16:00 und 18:00 Uhr
- 🔄 Er hat den CHF-LIBOR abgelöst, der unmittelbar nach dem 31. Dezember 2021 eingestellt wurde
- ⏱️ Bei einer SARON-Hypothek steht dein Zinssatz erst am Ende der Zinsperiode fest, nicht an ihrem Anfang. Das ist der entscheidende Unterschied zur früheren LIBOR-Hypothek
- 🏠 20 bis 25% aller Schweizer Hypotheken sind SARON-basiert. Der Medianzinssatz im Neugeschäft lag im Juni 2026 bei 1.10%
- ⚠️ Der SARON ist nicht der hypothekarische Referenzzinssatz. Der steht bei 1.25% und regelt Mieten, nicht Hypotheken
SARON steht für Swiss Average Rate Overnight und ist der Referenzzinssatz für den besicherten Schweizer Geldmarkt. Er bestimmt die Basis für jede Geldmarkthypothek in der Schweiz. Wir erklären, wie er berechnet wird, warum dein Hypothekarzins erst im Nachhinein feststeht und wo der Unterschied zum hypothekarischen Referenzzinssatz liegt.
Was ist der SARON?
Der SARON ist der Zinssatz, zu dem sich Schweizer Finanzinstitute untereinander über Nacht gegen Sicherheiten Geld leihen. Die Grundlage ist der Frankenrepomarkt, also der besicherte Teil des Geldmarkts. Der SARON ist damit ein reiner Tagesgeldsatz: Er gilt jeweils von heute auf morgen, und am nächsten Handelstag wird er neu ermittelt.
Berechnet wird er aus zwei Datenquellen: aus tatsächlich abgeschlossenen Transaktionen und aus verbindlichen Kursstellungen (Quotes) auf der Handelsplattform der SIX. Beides sind harte Marktdaten. Genau darin liegt der Unterschied zum LIBOR, der auf Selbsteinschätzungen von Banken beruhte und deshalb manipulierbar war.
SARON (Swiss Average Rate Overnight): volumengewichteter Durchschnittszinssatz für besicherte Tagesgeldgeschäfte im Schweizer Franken, berechnet von der SIX Index AG als Benchmark-Administrator, Zinsusanz ACT/360, eingeführt am 25. August 2009.
Für dich als Hypothekarnehmer ist der SARON relevant, weil er die Basis der SARON-Hypothek bildet. Im Unterschied zur variablen Hypothek, bei der die Bank den Zinssatz nach eigenem Ermessen festlegt, ist der SARON öffentlich einsehbar und nach einer publizierten Methodik berechenbar. Du kannst nachvollziehen, wie deine Zinsbasis zustande kommt.
SARON und hypothekarischer Referenzzinssatz sind zwei verschiedene Grössen
Diese Verwechslung ist die häufigste bei diesem Thema, und sie ist teuer, weil beide Sätze in völlig unterschiedliche Verträge hineinwirken. Die folgende Tabelle trennt sie sauber.
| Merkmal | SARON | Hypothekarischer Referenzzinssatz |
|---|---|---|
| Wer publiziert | SIX Index AG | Bundesamt für Wohnungswesen (BWO) |
| Aktueller Wert | -0.06% (18.08.2026) | 1.25% (seit 02.09.2025) |
| Wie oft neu | jeden Handelstag | viermal jährlich, zuletzt am 01.06.2026 |
| Wozu dient er | Basis für Geldmarkthypotheken, Kreditlinien, Derivate | Grundlage für Mietzinsanpassungen in laufenden Mietverhältnissen |
| Grundlage | Repo-Transaktionen am Tagesgeldmarkt | Durchschnittszinssatz aller inländischen Hypothekarforderungen der Banken |
| Reaktion auf den Leitzins | unmittelbar, innerhalb von Tagen | stark verzögert, weil langjährige Festhypotheken einfliessen |
Quellen: SIX Index AG; Bundesamt für Wohnungswesen, Publikation vom 1. Juni 2026; SNB, Aktuelle Zinssätze vom 18. August 2026.
Wenn deine Miete sinken soll, ist der hypothekarische Referenzzinssatz die massgebende Grösse. Wenn dein Hypothekarzins sinken soll, ist es der SARON. Ein tiefer SARON senkt deine Miete nicht.
Wie der SARON berechnet und publiziert wird
Die SIX Index AG berechnet den SARON fortlaufend in Echtzeit und publiziert ihn während des Handelstages alle zehn Minuten. Dreimal täglich wird der jeweils aktuelle Wert zusätzlich als Fixing festgehalten: um 12:00, 16:00 und 18:00 Uhr MEZ. Das 18:00-Fixing am Handelsschluss ist der Referenzwert, mit dem Finanzprodukte bewertet und Hypotheken abgerechnet werden.
Zwei Eigenheiten des Schweizer Marktes: Berechnung und Publikation erfolgen am selben Tag (T+0), während viele ausländische Referenzsätze erst am Folgetag publiziert werden. Das Zeitfenster für Korrekturen ist entsprechend kurz: Fehler von zwei Basispunkten oder mehr gegenüber dem 18:00-Fixing werden bis 22:00 Uhr desselben Geschäftstages korrigiert und neu publiziert. Und fällt an einem Tag kein Fixing an, wird der letzte Wert des Vortages übernommen.
Der Compounded SARON: warum dein Zinssatz erst im Nachhinein feststeht
Ein Tagesgeldsatz taugt nicht direkt für eine Hypothek. Deshalb verwenden die Banken den Compounded SARON, den aufgezinsten Durchschnitt der täglichen SARON-Werte über eine Zinsperiode. Standard ist eine Zinsperiode von drei Monaten mit quartalsweiser Abrechnung.
Entscheidend ist die Richtung der Berechnung. Der Compounded SARON ist rückwärtsgerichtet: Aufgezinst werden die Tagessätze innerhalb der laufenden Zinsperiode. Der Zinssatz für ein Quartal steht deshalb erst am Ende dieses Quartals fest, nicht an seinem Anfang. Damit die Abrechnung rechtzeitig erstellt werden kann, verschieben die Anbieter die Beobachtungsperiode um wenige Tage nach vorn, in der Praxis meist um fünf Kalendertage. Der Satz ist dann kurz vor dem Zinstermin bekannt.
Das ist der Bruch gegenüber der LIBOR-Hypothek. Beim LIBOR wusstest du zu Beginn jeder Zinsperiode, was du für die nächsten drei Monate zahlst. Beim SARON weisst du es erst am Ende. Wer eine SARON-Hypothek trägt, muss mit dieser Unsicherheit budgetieren können.
Die Aufzinsung folgt der Zinsusanz ACT/360. Für jeden Tag der Periode wird ein Faktor gebildet, alle Faktoren werden multipliziert, und das Ergebnis wird auf ein Jahr hochgerechnet:
Compounded SARON = [Produkt aller Tagesfaktoren (1 + SARON_Tag x Tage / 360) - 1] x 360 / Anzahl Tage der Periode
Der Zinseszinseffekt ist beim heutigen Zinsniveau vernachlässigbar. Bei einem über 90 Tage konstanten SARON von -0.06% ergibt die Aufzinsung -0.059996%, also eine Abweichung von weniger als einem Hundertstel Basispunkt. Bedeutsam wird der Effekt erst bei deutlich höheren Zinssätzen.
Der Floor bei 0%
Ist der aufgezinste Basiszinssatz negativ, setzen ihn die Schweizer Hypothekargeber auf 0.00%. Diese Untergrenze ist Marktstandard und findet sich übereinstimmend in den Produktbedingungen der Anbieter. Praktische Folge: Solange der Compounded SARON unter null liegt, zahlst du exakt die vereinbarte Marge, und ein weiter fallender SARON verbilligt deine Hypothek nicht mehr.
Aktueller SARON und historische Entwicklung
| Kennzahl | Wert | Stand |
|---|---|---|
| SARON, Fixing Handelsschluss | -0.06% | 18.08.2026 |
| Compounded SARON, 3 Monate | -0.04% | 15.07.2026, letzter von der SNB publizierter Wert |
| SNB-Leitzins | 0.00% | gültig ab 20.06.2025, am 18.06.2026 bestätigt |
| Zinssatz auf Sichtguthaben über der Limite | -0.25% | gültig ab 20.06.2025 |
Quellen: SNB, Aktuelle Zinssätze und Devisenkurse; SNB-Datenportal, Reihe SARON 3M Compound Rate.
Die folgende Reihe zeigt die Monatsmittel des SARON über den letzten Zinszyklus. Sie macht sichtbar, wie unmittelbar der SARON den Entscheiden der Nationalbank folgt.
| Monat | SARON (Monatsmittel) | Einordnung |
|---|---|---|
| August 2022 | -0.20% | letzter Monat im negativen Bereich vor der Zinswende |
| September 2022 | 0.44% | erste positive Notierung seit Jahren |
| Dezember 2022 | 0.94% | zweite Straffungsstufe |
| September 2023 | 1.71% | Höchststand des Zyklus |
| Juni 2024 | 1.22% | Lockerung hat begonnen |
| Dezember 2024 | 0.45% | vier Senkungen innerhalb eines Jahres |
| Juni 2025 | -0.03% | zurück unter null, Leitzins bei 0.00% |
| Juli 2026 | -0.05% | letzter vollständig erfasster Monat |
Quelle: SNB-Datenportal, Geldmarktsätze, Monatsmittelwerte. Von Juni 2023 bis Februar 2024 lag der SARON durchgehend bei rund 1.70%.
Ein negativer SARON heisst nicht, dass Kreditnehmer Geld geschenkt bekommen. Er heisst, dass Banken für besicherte Ausleihungen über Nacht eine minimale Prämie erhalten statt zu zahlen. Auf deine Hypothek wirkt sich das wegen der Untergrenze bei 0.00% nicht aus. Wie sich die Zinsen über die Laufzeiten hinweg verteilen, zeigt unsere Übersicht zur Entwicklung der Hypothekarzinsen.
Wie der SARON mit dem Leitzins zusammenhängt
Die Nationalbank steuert den SARON, nicht umgekehrt. Sie legt den SNB-Leitzins fest und strebt an, die kurzfristigen besicherten Geldmarktzinssätze in Franken nahe an diesem Leitzins zu halten. Der SARON ist dabei der aussagekräftigste dieser Sätze. Die Instrumente dafür sind die abgestufte Verzinsung der Sichtguthaben und liquiditätszuführende oder liquiditätsabschöpfende Offenmarktgeschäfte.
Der SNB-Leitzins existiert seit dem 13. Juni 2019. Er ersetzte damals das Zielband für den Dreimonats-LIBOR, weil dessen Fortbestand nicht mehr gesichert war. Im jüngsten Straffungszyklus wurde nach Darstellung der SNB jede Leitzinserhöhung vollständig auf den SARON übertragen.
Zur SNB-Inflationsprognose und was sie nicht ist: Die bedingte Inflationsprognose vom 18. Juni 2026 liegt bei 0.6% für 2026, 0.6% für 2027 und 0.7% für 2028. Sie beruht auf der Annahme, dass der SNB-Leitzins über den gesamten Prognosezeitraum bei 0% bleibt. Das ist eine Rechenannahme der Prognosemethodik, ausdrücklich keine Zinsprognose. Wer daraus «der Leitzins bleibt bis 2028 bei null» liest, liest die Publikation falsch.
Vom LIBOR zum SARON
Der LIBOR (London Interbank Offered Rate) war jahrzehntelang der wichtigste Referenzzinssatz der Welt, auch für Schweizer Geldmarkthypotheken. Berechnet wurde er nicht aus Transaktionen, sondern aus Meldungen der Panel-Banken darüber, zu welchem Satz sie sich theoretisch refinanzieren könnten. 2012 kamen systematische Manipulationen ans Tageslicht, es folgten Milliardenstrafen. Erschwerend kam hinzu, dass der unbesicherte Geldmarkt, auf dem der LIBOR beruhte, seit der Finanzkrise dramatisch geschrumpft war: Die Datenbasis war dünn geworden.
| Datum | Meilenstein |
|---|---|
| 25.08.2009 | Die SIX führt den SARON ein, entwickelt gemeinsam mit der SNB. Die Zeitreihe ist bis zum 30. Juni 1999 zurückgerechnet |
| 2012 | Die LIBOR-Manipulationen werden öffentlich |
| Juli 2017 | Die britische Aufsicht FCA kündigt an, den LIBOR nur noch bis Ende 2021 zu stützen |
| Oktober 2017 | Die Nationale Arbeitsgruppe für Referenzzinssätze in Franken (NAG) empfiehlt den SARON als Nachfolger des CHF-LIBOR |
| September 2020 | Die NAG empfiehlt den aufgezinsten SARON als Grundlage, nachdem sich ein vorwärtsgerichteter SARON-Terminsatz als nicht darstellbar erwiesen hatte |
| 16.04.2020 | Raiffeisen lanciert als erste nationale Schweizer Retailbank eine SARON-Hypothek |
| 05.03.2021 | FCA und ICE Benchmark Administration bestätigen die definitive Einstellung aller CHF-LIBOR-Laufzeiten per Ende 2021 |
| 2021 | Die Banken stellen die Altverträge um. Per 31.07.2021 lagen noch rund CHF 40 Mrd. an Verträgen ohne robuste Rückfallklausel in den Büchern |
| 31.12.2021 | Letzte Publikation des CHF-LIBOR |
Quellen: SIX, Quick Facts SARON; SNB-Referat vom 22. September 2017; Raiffeisen-Medienmitteilung vom 16. April 2020; FINMA-Aufsichtsmitteilungen 10/2020 und 03/2021.
Auf welcher Rechtsgrundlage die Umstellung lief
Die Schweiz hat sich bewusst gegen ein LIBOR-Ablösungsgesetz entschieden. Es gab hier keinen gesetzlichen Ersatzzinssatz, der die Verträge automatisch umgestellt hätte. Getragen wurde der Übergang von den Empfehlungen der NAG und von den Aufsichtsmitteilungen der FINMA, die den Banken einen verbindlichen Fahrplan mit Meilensteinen vorgab. Konkret bedeutete das: Jeder betroffene Vertrag musste angepasst werden, entweder über eine bereits vorhandene Rückfallklausel oder über eine Vereinbarung zwischen Bank und Kunde.
Anders in der EU: Dort bestimmte die Kommission mit der Durchführungsverordnung (EU) 2021/1847 vom 14. Oktober 2021 einen gesetzlichen Ersatz. Der CHF-LIBOR 3 Monate wurde durch den SARON 3 Monate Compound der vorangehenden Dreimonatsperiode ersetzt, zuzüglich einer festen Spread-Anpassung von 0.0031 Prozentpunkten. Diese Regelung gilt für Verträge nach dem Recht eines EU-Mitgliedstaats, nicht für Verträge nach Schweizer Recht.
Praktisch für dich: Wenn deine Hypothek 2021 oder früher umgestellt wurde, findest du die Umstellung als Vertragsänderung oder Nachtrag in deinen Unterlagen. Die Funktionsweise blieb gleich: Referenzzins plus Marge. Geändert hat sich der Zeitpunkt, zu dem der Referenzzins feststeht.
Was der SARON für deine Hypothek bedeutet
Dein Zinssatz bei einer Geldmarkthypothek setzt sich aus zwei Teilen zusammen: dem Compounded SARON als Basiszinssatz und der Marge, die deine Bank darauf erhebt. Die Marge ist im Vertrag fixiert und ändert sich während dessen Laufzeit nicht. Der Basiszinssatz wird für jede Zinsperiode neu ermittelt.
Hypothekarzins = Compounded SARON (mindestens 0.00%) + Marge
Wie hoch die Marge ausfällt, hängt von Anbieter, Bonität und Objekt ab. Ein belastbarer Anhaltspunkt ist die Zinsstatistik der Nationalbank zum Neugeschäft: Im Juni 2026 lag der Medianzinssatz für SARON-Hypotheken bei 1.10%. Weil der Basiszinssatz wegen der Untergrenze bei 0.00% steht, entspricht dieser Wert faktisch der Marge im Markt.
| Hypothekenmodell | Medianzinssatz Neugeschäft | Zinskosten pro Jahr bei CHF 500'000 |
|---|---|---|
| SARON-Hypothek | 1.10% | CHF 5'500 (CHF 458 pro Monat) |
| Festhypothek 1 Jahr | 1.38% | CHF 6'900 |
| Festhypothek 5 Jahre | 1.61% | CHF 8'050 |
| Festhypothek 10 Jahre | 1.89% | CHF 9'450 (CHF 788 pro Monat) |
| Variable Hypothek | 2.75% | CHF 13'750 |
Quelle: SNB, Zinssätze im Neugeschäft, Median, Erhebungsmonat Juni 2026, publiziert am 3. August 2026. Zinskosten ohne Amortisation und Nebenkosten gerechnet.
Der Abstand zwischen SARON-Hypothek und zehnjähriger Festhypothek beträgt damit rund CHF 3'950 pro Jahr bei einer Hypothek von CHF 500'000. Dieser Vorsprung ist eine Momentaufnahme, keine Konstante: Im Zyklus 2023 lag der SARON selbst bei 1.71%, und die Rechnung sah anders aus.
Wie verbreitet SARON-Hypotheken sind
Laut Bundesamt für Wohnungswesen machen SARON-basierte Hypotheken 20 bis 25% des gesamten Schweizer Hypothekarbestands aus. Der Rest sind überwiegend Festhypotheken mit unterschiedlich langen Laufzeiten. Diese Verteilung ist auch der Grund, warum eine Leitzinsänderung nur langsam auf die Mieten durchschlägt: Sie erreicht sofort nur den SARON-Anteil des Bestands.
Wann eine SARON-Hypothek trägt und wann nicht
Sie passt, wenn
- du eine Zinserhöhung von 1 bis 2 Prozentpunkten aus dem laufenden Budget verkraftest, ohne an die Substanz zu gehen
- du Reserven hast und eine schwankende Quartalsbelastung aushältst, weil der Satz erst kurz vor dem Zinstermin feststeht
- du die Flexibilität brauchst, später in eine Festhypothek zu wechseln, und den Vertrag entsprechend ausgestaltest
- dein Zeithorizont kurz ist, etwa weil ein Verkauf oder eine Erbteilung absehbar ist
Sie passt nicht, wenn
- deine Tragbarkeitsrechnung nur beim heutigen Zinsniveau aufgeht. Banken prüfen sie ohnehin mit einem kalkulatorischen Zinssatz von meist 5%, nicht mit 1.10%
- du eine planbare, über Jahre konstante Belastung brauchst, etwa kurz vor der Pensionierung
- du den Zinssatz zu Beginn der Periode kennen musst, um Nebenkosten korrekt abzurechnen
- du glaubst, ein negativer SARON verbillige deine Hypothek weiter. Unterhalb von 0.00% passiert nichts mehr
Ein Edge Case, der oft übersehen wird: Vermietest du die Liegenschaft, hast du zwei Zinssätze im Spiel, die sich unterschiedlich schnell bewegen. Deine Finanzierungskosten folgen dem SARON quartalsweise. Dein Recht auf eine Mietzinserhöhung hängt am hypothekarischen Referenzzinssatz, der nur viermal jährlich angepasst wird und langjährige Festhypotheken mitmittelt. Steigt der SARON schnell, trägst du die höhere Belastung, während der Referenzzinssatz noch monatelang unverändert bleibt. Diese Lücke muss aus eigenen Mitteln überbrückt werden.
Eine SARON-Hypothek ist tragbar, wenn du den heutigen Zinssatz um 2 Prozentpunkte erhöhst und die Rechnung immer noch aufgeht. Bei 1.10% heisst das: Prüfe sie gegen 3.10%.
Den direkten Vergleich der beiden Modelle mit Rechenwegen findest du unter SARON oder Festhypothek. Ob deine Tragbarkeit gegeben ist, prüfst du mit dem Hypothekenrechner.
Häufige Fragen zum SARON
Wie hoch ist der SARON aktuell?Der SARON liegt bei -0.06% (Fixing Handelsschluss vom 18. August 2026). Der Compounded SARON über drei Monate lag beim letzten von der Nationalbank publizierten Wert bei -0.04% (15. Juli 2026). Der SNB-Leitzins steht seit dem 20. Juni 2025 bei 0.00% und wurde am 18. Juni 2026 bestätigt.
Wer berechnet den SARON?Die SIX Index AG als Benchmark-Administrator. Sie berechnet ihn fortlaufend in Echtzeit aus abgeschlossenen Repo-Transaktionen und verbindlichen Kursstellungen im Schweizer Frankengeldmarkt und publiziert ihn alle zehn Minuten. Fixings werden um 12:00, 16:00 und 18:00 Uhr MEZ gesetzt, das 18:00-Fixing gilt als Referenzwert.
Ist der SARON dasselbe wie der Referenzzinssatz für Mieten?Nein. Der hypothekarische Referenzzinssatz wird vom Bundesamt für Wohnungswesen publiziert, liegt bei 1.25% und regelt Mietzinsanpassungen. Der SARON wird von der SIX Index AG publiziert, liegt bei -0.06% und ist die Basis für Geldmarkthypotheken. Ein sinkender SARON gibt dir keinen Anspruch auf eine Mietzinssenkung.
Warum kenne ich meinen Zinssatz erst am Ende der Zinsperiode?Weil der Compounded SARON rückwärtsgerichtet ist. Aufgezinst werden die täglichen SARON-Sätze innerhalb der laufenden Zinsperiode, und die ist erst am Ende vollständig. Die Anbieter verschieben die Beobachtungsperiode um wenige Tage nach vorn, üblicherweise fünf Kalendertage, damit die Abrechnung rechtzeitig erstellt werden kann. Der Satz steht deshalb kurz vor dem Zinstermin fest.
Was ist der Unterschied zwischen SARON und LIBOR?Der LIBOR beruhte auf Selbsteinschätzungen von Panel-Banken und war vorwärtsgerichtet: Der Zinssatz stand zu Beginn der Periode fest. Der SARON beruht auf tatsächlichen Transaktionen und verbindlichen Kursstellungen und ist in seiner aufgezinsten Form rückwärtsgerichtet. Der CHF-LIBOR wurde unmittelbar nach dem 31. Dezember 2021 eingestellt.
Kann der SARON negativ werden?Ja, und er ist es aktuell mit -0.06%. Zwischen 2015 und August 2022 lag er durchgehend im negativen Bereich. Für deine Hypothek ändert das ab einem gewissen Punkt nichts mehr: Ist der aufgezinste Basiszinssatz negativ, setzen ihn die Schweizer Anbieter auf 0.00%. Du zahlst dann exakt die vereinbarte Marge.
Wie stark schlägt ein Zinsanstieg auf meine Hypothek durch?Voll und mit kurzer Verzögerung. Bei einer Hypothek von CHF 500'000 kostet ein Anstieg um 0.5 Prozentpunkte zusätzlich CHF 2'500 pro Jahr, ein Anstieg um 2 Prozentpunkte CHF 10'000 pro Jahr. Wirksam wird die Erhöhung mit der nächsten Quartalsabrechnung, nicht erst am Ende einer mehrjährigen Laufzeit.
Wo kann ich den SARON nachschauen?Die SIX Index AG publiziert den SARON als Administrator, historische Werte sind frei zugänglich. Die Nationalbank zeigt das Fixing vom Handelsschluss auf ihrer Seite mit den aktuellen Zinssätzen an, allerdings ausdrücklich nur zu Informationszwecken und auf zwei Dezimalstellen gerundet. Massgebend sind die von der SIX Index AG publizierten Werte mit sechs Dezimalstellen.
Wie viele Schweizer Hypotheken hängen am SARON?Rund 20 bis 25% des gesamten Hypothekarbestands sind laut Bundesamt für Wohnungswesen SARON-basiert. Der übrige Bestand besteht überwiegend aus Festhypotheken mit unterschiedlichen Laufzeiten, deren Zinssätze von den Bedingungen am Kapitalmarkt abhängen.
Unsere Einschätzung: Der SARON macht sichtbar, was der LIBOR verdeckt hat, und das ist ein echter Fortschritt. Der Preis dafür ist, dass du deinen Zinssatz erst im Nachhinein erfährst. Bei einem Leitzins von 0.00% und einem Medianzinssatz von 1.10% ist die SARON-Hypothek aktuell das günstigste Modell am Markt, aber sie ist kein Sparprodukt, sondern eine Zinswette mit quartalsweiser Abrechnung.
Konkret: Rechne deine Hypothek einmal mit 3.10% durch, bevor du dich für den SARON entscheidest. Hält deine Tragbarkeit dieser Probe stand, ist der aktuelle Zinsvorteil von rund CHF 3'950 pro Jahr gegenüber einer zehnjährigen Festhypothek ein sauberes Argument. Hält sie nicht stand, ist die Ersparnis geliehen. Die verfügbaren Modelle stellst du im Hypothekenvergleich nebeneinander.