Lexikon

Leitzins

Das Wichtigste auf einen Blick

  • 📊 Der SNB-Leitzins liegt bei 0.00% und gilt in dieser Höhe seit dem 20. Juni 2025. Am 18. Juni 2026 hat die Nationalbank ihn zum vierten Mal in Folge unverändert gelassen
  • 🏛️ Der Leitzins ist kein Ausleihsatz. Die SNB steuert damit die kurzfristigen Geldmarktzinsen, vor allem über die abgestufte Verzinsung der Sichtguthaben der Banken
  • 📅 Der nächste Zinsentscheid fällt am 24. September 2026 um 09:30 Uhr, danach am 10. Dezember 2026
  • ⚖️ Beim Konsumkredit wirkt der Zins gesetzlich fixiert: Der Höchstzinssatz beträgt seit dem 1. Januar 2026 10% für Barkredite und 12% für Überziehungskredite
  • 🏠 Bis der Leitzins bei deiner Miete ankommt, durchläuft er fünf Stationen. Der hypothekarische Referenzzinssatz steht seit September 2025 unverändert bei 1.25%
  • 🌍 Die Schweiz hat den tiefsten Leitzins der grossen Volkswirtschaften: 0.00% gegen 2.50% in der Eurozone und 3.50 bis 3.75% in den USA

Der Leitzins der Schweizerischen Nationalbank liegt bei 0.00%. Er ist das zentrale Instrument der Schweizer Geldpolitik und wirkt auf Hypotheken, Kredite, Sparzinsen und am Ende sogar auf Mieten. Wir erklären, was der Leitzins wirklich steuert, wie er sich seit 2022 entwickelt hat und über welche Stationen er bei dir ankommt.

Was ist der SNB-Leitzins?

Der SNB-Leitzins ist der Zinssatz, mit dem die Schweizerische Nationalbank ihren geldpolitischen Kurs festlegt und kommuniziert. Entscheidend ist, was er nicht ist: Er ist kein Marktzins, und es ist auch kein Satz, zu dem sich Banken bei der Nationalbank Geld leihen. Er ist eine Zielgrösse.

SNB-Leitzins: die von der Schweizerischen Nationalbank festgelegte Zielgrösse für den geldpolitischen Kurs. Die Nationalbank strebt an, die kurzfristigen besicherten Geldmarktzinssätze in Franken nahe an diesem Wert zu halten. Eingeführt am 13. Juni 2019 als Nachfolger des Zielbands für den Dreimonats-LIBOR.

Umgesetzt wird der Leitzins über zwei Hebel. Der erste ist die abgestufte Verzinsung der Sichtguthaben, also der Guthaben, die Banken bei der Nationalbank halten. Bis zu einer bestimmten Limite werden sie zum Leitzins verzinst, darüber hinaus mit einem Abschlag. Der zweite Hebel sind Offenmarktgeschäfte, mit denen die SNB dem Geldmarkt Liquidität zuführt oder entzieht.

Der Effekt dieser Konstruktion: Eine Bank mit Guthaben oberhalb ihrer Limite hat einen Anreiz, das Geld lieber am Geldmarkt auszuleihen, als den Abschlag hinzunehmen. Genau das hält den Handel in Gang und den Marktzins in der Nähe des Leitzinses.

Wenn Banken sich wirklich bei der SNB refinanzieren, läuft das über die Engpassfinanzierungsfazilität. Dafür gilt ein eigener Sondersatz von aktuell 0.25%, nicht der Leitzins. Der Aufschlag ist Absicht: Die Fazilität soll eine Notlösung bleiben und keine dauerhafte Refinanzierungsquelle werden.

Woran sich die Nationalbank orientiert

Die SNB hat den gesetzlichen Auftrag, die Preisstabilität zu gewährleisten und dabei der konjunkturellen Entwicklung Rechnung zu tragen. Preisstabilität definiert sie als einen Anstieg des Landesindexes der Konsumentenpreise von weniger als 2% pro Jahr. Wichtig dabei: Auch Deflation, also ein anhaltender Rückgang des Preisniveaus, verletzt die Preisstabilität. Die verbreitete Formel «Zielband zwischen 0 und 2 Prozent» trifft die Sache ungefähr, ist aber nicht die Definition der Nationalbank.

Hauptindikator für den Entscheid ist die bedingte Inflationsprognose über drei Jahre. Sie wird an jeder Lagebeurteilung neu publiziert.

Aktueller Stand: August 2026

Kennzahl Wert Stand
SNB-Leitzins 0.00% gültig ab 20.06.2025, bestätigt am 18.06.2026
Zinssatz auf Sichtguthaben bis zur Limite 0.00% gültig ab 20.06.2025
Zinssatz auf Sichtguthaben über der Limite -0.25% Zinsabschlag 25 Basispunkte
Sondersatz Engpassfinanzierungsfazilität 0.25% gültig ab 20.06.2025
SARON, Fixing Handelsschluss -0.06% 18.08.2026
Jahresteuerung Schweiz 0.4% Juli 2026, publiziert am 03.08.2026
Nächster Zinsentscheid 24.09.2026 09:30 Uhr

Quellen: SNB, Aktuelle Zinssätze und Devisenkurse; SNB-Terminkalender; Bundesamt für Statistik, Landesindex der Konsumentenpreise Juli 2026.

An der Lagebeurteilung vom 18. Juni 2026 beliess die Nationalbank den Leitzins bei 0%. Die Inflation war seit Februar von 0.1% auf 0.6% im Mai gestiegen, getrieben von höheren Preisen für Erdölprodukte. Der mittelfristige Inflationsdruck blieb nach Einschätzung der SNB praktisch unverändert. Angesichts des Konflikts im Nahen Osten hält die Nationalbank ihre Bereitschaft erhöht, am Devisenmarkt zu intervenieren, um eine rasche und übermässige Aufwertung des Frankens zu bremsen.

Ein Leitzins von 0% heisst nicht, dass es keine Negativzinsen gibt. Auf Sichtguthaben oberhalb der Limite zahlen Banken bereits heute -0.25%. Die Nationalbank hat den Faktor, aus dem sich diese Limite berechnet, per 1. August 2026 von 15 auf 13.5 gesenkt. An der geldpolitischen Ausrichtung ändert das nichts, wohl aber daran, wie viel Guthaben in den negativ verzinsten Bereich fällt.

Die Inflationsprognose ist keine Zinsprognose

Die bedingte Inflationsprognose vom 18. Juni 2026 liegt im Jahresdurchschnitt bei 0.6% für 2026, 0.6% für 2027 und 0.7% für 2028. Beim Wachstum rechnet die Nationalbank für 2026 mit rund 1% und für 2027 mit rund 1.5%.

Diese Prognose beruht auf der Annahme, dass der SNB-Leitzins über den gesamten Prognosezeitraum bei 0% bleibt. Das ist eine Rechenannahme der Prognosemethodik, keine Ankündigung. Wer aus der Publikation herausliest, der Leitzins bleibe bis 2028 bei null, liest sie falsch. Die Prognose zeigt, was passieren würde, wenn die SNB nicht handelt, und dient genau deshalb als Entscheidungsgrundlage.

Wie der Leitzins bei dir ankommt

Zwischen dem Entscheid in Zürich und deiner Miete liegen fünf Stationen, und jede hat ihre eigene Verzögerung. Wer diese Kette kennt, versteht, warum eine Zinssenkung im Juni bei der einen Position sofort und bei der anderen erst nach Jahren ankommt.

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Die SNB setzt den Leitzins und steuert die Sichtguthaben-Verzinsung entsprechend. Wirkung: sofort, mit dem Entscheid.

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Der SARON folgt. Der Tagesgeldsatz am besicherten Frankengeldmarkt bewegt sich innerhalb von Tagen auf das neue Niveau. Im Straffungszyklus 2022 bis 2023 wurde nach Darstellung der SNB jede Leitzinserhöhung vollständig übertragen.

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Geldmarkthypotheken und variable Kredite ziehen nach. Bei einer SARON-Hypothek greift die Änderung mit der nächsten Quartalsabrechnung. Festhypotheken hängen dagegen an der Swapkurve und an den Kapitalmarktzinsen, nicht direkt am Leitzins.

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Der Durchschnittszinssatz der Banken verschiebt sich. Alle drei Monate melden die Banken ihre laufenden Hypothekarforderungen. Weil auch zehn- und fünfzehnjährige Festhypotheken einfliessen, bewegt sich dieser Durchschnitt sehr langsam. Aktuell liegt er bei 1.31%.

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Der hypothekarische Referenzzinssatz springt oder eben nicht. Er ist der auf ein Viertelprozent gerundete Durchschnittszinssatz und steht seit dem 2. September 2025 bei 1.25%. Erst wenn er sich bewegt, entsteht ein Anspruch auf Mietzinsanpassung. Die nächste Bekanntgabe ist der 1. September 2026.

Der hypothekarische Referenzzinssatz ist eine eigene Grösse und nicht mit dem Leitzins zu verwechseln. Publiziert wird er vom Bundesamt für Wohnungswesen, nicht von der Nationalbank. Ein Leitzins von 0% senkt deine Miete nicht.

Was das für Hypotheken konkret heisst

Hypothekenmodell Medianzinssatz im Neugeschäft Bindung an den Leitzins
SARON-Hypothek 1.10% direkt, quartalsweise Anpassung
Festhypothek 1 Jahr 1.38% indirekt über die Swapkurve
Festhypothek 5 Jahre 1.61% indirekt, Zinssatz für die Laufzeit fixiert
Festhypothek 10 Jahre 1.89% indirekt, Zinssatz für die Laufzeit fixiert
Variable Hypothek 2.75% Bank legt den Satz nach eigenem Ermessen fest

Quelle: SNB, Zinssätze im Neugeschäft, Median, Erhebungsmonat Juni 2026, publiziert am 3. August 2026.

Eine Festhypothek schützt dich gegen steigende Zinsen und schneidet dich zugleich von fallenden ab. Wie sich die Sätze über die Laufzeiten verteilen, zeigt unsere Übersicht zu den aktuellen Hypothekarzinsen.

Beim Konsumkredit steht der Durchgriff im Gesetz

Bei Krediten wirkt der Zinsumschwung nicht nur über den Markt, sondern über eine Formel in einer Verordnung. Der Höchstzinssatz für Konsumkredite berechnet sich nach Artikel 1 der Verordnung zum Konsumkreditgesetz aus dem über drei Monate aufgezinsten SARON plus einem festen Zuschlag.

Kreditart Formel Höchstzinssatz seit 01.01.2026
Barkredit, Teilzahlungs- und Leasingverträge SARON 3 Monate Compound + 10 Prozentpunkte, kaufmännisch gerundet, Minimum 10% 10%
Überziehungskredit auf laufendem Konto, Kreditkarte mit Kreditoption SARON 3 Monate Compound + 12 Prozentpunkte, kaufmännisch gerundet, Minimum 12% 12%

Quelle: Verordnung zum Konsumkreditgesetz, Art. 1; Verordnung des EJPD über den Höchstzinssatz für Konsumkredite, in Kraft seit 1. Januar 2026.

Das Eidgenössische Justiz- und Polizeidepartement überprüft diesen Satz mindestens einmal jährlich per Ende August und passt ihn bei Bedarf auf den Januar des Folgejahres an. Weil der Referenzwert seit Ende August 2025 auf rund null gefallen und die Untergrenze von 10% damit erreicht ist, ändert ein weiter sinkender SARON am Höchstzins nichts mehr. Nach unten ist die Skala ausgereizt.

Wichtig für laufende Verträge: Ändert sich der Höchstzinssatz, gilt für Verträge, die vor der Änderung abgeschlossen wurden, weiterhin der bisherige Satz. Wer seinen Kredit 2023 bei damals 12% aufgenommen hat, profitiert nicht automatisch von der Senkung auf 10%. Dafür braucht es eine Ablösung.

Der Höchstzins ist eine Obergrenze, kein Preis. Was du tatsächlich zahlst, hängt bei einem Privatkredit von deiner Bonität, der Laufzeit, der Kreditsumme und vom Wettbewerb zwischen den Anbietern ab. Massgebend für den Vergleich ist immer der effektive Jahreszinssatz, der neben dem Nominalzins auch die Gebühren enthält. Eine Einordnung der wichtigsten Zinsbegriffe findest du unter Zinsen.

Der SNB-Leitzins seit seiner Einführung

Die Nationalbank führte den SNB-Leitzins am 13. Juni 2019 ein und ersetzte damit das Zielband für den Dreimonats-LIBOR. Negativ verzinst waren Sichtguthaben oberhalb der Limite allerdings schon seit dem 22. Januar 2015, damals mit -0.75%. Positiv wurde der Leitzins erst am 23. September 2022. Die Negativzinsphase dauerte damit sieben Jahre und acht Monate.

Gültig ab SNB-Leitzins Veränderung
13.06.2019 -0.75% Einführung des SNB-Leitzinses
17.06.2022 -0.25% +0.50 Prozentpunkte
23.09.2022 0.50% +0.75 Prozentpunkte, erstmals positiv
16.12.2022 1.00% +0.50 Prozentpunkte
24.03.2023 1.50% +0.50 Prozentpunkte
23.06.2023 1.75% +0.25 Prozentpunkte, Höchststand
22.03.2024 1.50% -0.25 Prozentpunkte
21.06.2024 1.25% -0.25 Prozentpunkte
27.09.2024 1.00% -0.25 Prozentpunkte
13.12.2024 0.50% -0.50 Prozentpunkte
21.03.2025 0.25% -0.25 Prozentpunkte
20.06.2025 0.00% -0.25 Prozentpunkte, seither unverändert

Quelle: SNB-Datenportal, Reihe SNB-Leitzins. Angegeben ist jeweils der erste Gültigkeitstag; der Entscheid fällt am Vortag.

Zwischen Juni 2023 und Juni 2025 senkte die Nationalbank den Leitzins um insgesamt 1.75 Prozentpunkte, verteilt auf sechs Schritte in acht Lagebeurteilungen. Seither steht er still: An den vier Lagebeurteilungen im September 2025, Dezember 2025, März 2026 und Juni 2026 blieb der Satz jedes Mal bei 0%.

Termine der Zinsentscheide

Die Nationalbank nimmt in der Regel viermal jährlich eine geldpolitische Lagebeurteilung vor, jeweils Mitte März, Juni, September und Dezember. Den Entscheid kommuniziert sie um 09:30 Uhr, zusammen mit der bedingten Inflationsprognose. Ausserordentliche Entscheide sind möglich, wenn die Umstände es erfordern.

Datum Wochentag Status
19.03.2026 Donnerstag erfolgt, unverändert 0%
18.06.2026 Donnerstag erfolgt, unverändert 0%
24.09.2026 Donnerstag nächster Termin
10.12.2026 Donnerstag angesetzt
18.03.2027 Donnerstag angesetzt

Quelle: SNB, Terminkalender des Direktoriums, abgerufen am 21. August 2026.

Leitzinsen im internationalen Vergleich

Die Schweiz hat den mit Abstand tiefsten Leitzins unter den grossen Volkswirtschaften. Die Werte sind allerdings nur bedingt vergleichbar, weil jede Zentralbank eine andere Grösse steuert.

Zentralbank Gesteuerte Grösse Aktueller Wert Seit
SNB (Schweiz) SNB-Leitzins 0.00% 20.06.2025, bestätigt 18.06.2026
Bank of Japan Tagesgeldsatz, Zielwert rund 1.0% 16.06.2026, angehoben von rund 0.75%
EZB (Eurozone) Einlagesatz 2.50% wirksam ab 16.09.2026, angehoben von 2.25%
Fed (USA) Zielband Federal Funds Rate 3.50 bis 3.75% 11.12.2025
Bank of England Bank Rate 3.75% bestätigt am 30.07.2026

Quellen: SNB; Bank of Japan, Change in the Guideline for Money Market Operations vom 16. Juni 2026; EZB, Key ECB interest rates; Federal Reserve, Open Market Operations; Bank of England, Entscheid vom 30. Juli 2026.

Die Bewegungsrichtungen sind auseinandergelaufen. Eurozone und Japan haben im Juni 2026 erhöht, die USA halten seit Dezember 2025 still, die Schweiz seit Juni 2025. Hintergrund der Erhöhungen im Ausland sind höhere Energiepreise und eine deutlich höhere Inflation als in der Schweiz, wo der starke Franken die importierte Teuerung dämpft.

Was ein Leitzins von 0% für dich bedeutet

Es hilft dir, wenn

  • du eine Geldmarkthypothek trägst: Der Medianzinssatz im Neugeschäft lag im Juni 2026 bei 1.10% und damit unter jeder Festhypothek
  • du eine bestehende Finanzierung ablösen oder verlängern kannst, denn erst dann wird das tiefe Niveau für dich wirksam
  • du einen Konsumkredit aufnimmst: Der gesetzliche Höchstzins steht mit 10% auf dem tiefstmöglichen Stand
  • du unternehmerisch investierst, weil die Finanzierungskosten über alle Laufzeiten tief sind

Es kostet dich, wenn

  • du sparst: Auf Spar- und Privatkonten bleibt fast nichts übrig, während die Teuerung im Juli 2026 bei 0.4% lag
  • du auf eine Mietzinssenkung wartest: Der Referenzzinssatz hängt am trägen Durchschnitt aller Hypotheken und steht seit September 2025 still
  • du mit deiner Tragbarkeit knapp durchkommst, weil Banken ohnehin mit einem kalkulatorischen Zinssatz von meist 5% rechnen und nicht mit 1.10%
  • du erwartest, dass ein noch tieferer Leitzins deinen Kredit weiter verbilligt. Der Höchstzins hat einen Boden, und Banken setzen bei Geldmarkthypotheken eine Untergrenze von 0.00% auf den Basiszinssatz

Ein Edge Case, der regelmässig für Ärger sorgt: Ein Mieter liest von einem Leitzins bei 0% und verlangt eine Mietzinssenkung. Rechtlich zählt aber allein der hypothekarische Referenzzinssatz, und der liegt seit dem 2. September 2025 unverändert bei 1.25%. Der zugrundeliegende Durchschnittszinssatz von 1.31% müsste unter 1.13% fallen, damit er auf 1.00% sinkt. Ein Anspruch entsteht also erst, wenn diese Schwelle unterschritten wird, und nicht, wenn die Nationalbank entscheidet.

Der Leitzins bewegt deine Zinsen nur dort, wo ein Vertrag ihn durchreicht. Bei einer Geldmarkthypothek dauert das ein Quartal, bei einer Festhypothek bis zum Laufzeitende, bei der Miete bis zur nächsten Bewegung des Referenzzinssatzes.

Häufige Fragen zum Leitzins Schweiz

Wie hoch ist der Leitzins in der Schweiz aktuell?

Der SNB-Leitzins liegt bei 0.00% und gilt in dieser Höhe seit dem 20. Juni 2025. An der Lagebeurteilung vom 18. Juni 2026 hat die Nationalbank ihn zum vierten Mal in Folge unverändert belassen.

Wann ist der nächste SNB-Zinsentscheid?

Am 24. September 2026 um 09:30 Uhr. Danach folgen der 10. Dezember 2026 und der 18. März 2027. Die Nationalbank entscheidet in der Regel viermal jährlich, kann bei Bedarf aber auch ausserordentlich entscheiden.

Leihen sich Banken bei einem Leitzins von 0% kostenlos Geld bei der Nationalbank?

Nein. Der SNB-Leitzins ist kein Ausleihsatz, sondern eine Zielgrösse für die kurzfristigen besicherten Geldmarktzinsen. Wenn eine Bank sich tatsächlich bei der SNB refinanziert, läuft das über die Engpassfinanzierungsfazilität zum Sondersatz von 0.25%. Auf Sichtguthaben oberhalb einer bestimmten Limite zahlen Banken sogar -0.25%.

Was ist der Unterschied zwischen Leitzins und SARON?

Der Leitzins wird von der Nationalbank festgelegt und ändert sich in der Regel nur an den vier Lagebeurteilungen pro Jahr. Der SARON ist ein Marktzins, der jeden Handelstag aus echten Repo-Geschäften berechnet wird. Die SNB steuert den SARON in die Nähe des Leitzinses, weshalb beide Werte eng beieinanderliegen, aber nicht identisch sind: aktuell 0.00% gegen -0.06%.

Senkt ein tiefer Leitzins meine Miete?

Nicht direkt. Massgebend für Mietzinsanpassungen ist der hypothekarische Referenzzinssatz des Bundesamts für Wohnungswesen, der bei 1.25% steht. Er beruht auf dem Durchschnittszinssatz aller inländischen Hypothekarforderungen der Banken und bewegt sich deshalb sehr träge, weil auch langjährige Festhypotheken einfliessen.

Wie wirkt der Leitzins auf meinen Kredit?

Beim Konsumkredit über eine Formel im Gesetz: Der Höchstzinssatz entspricht dem über drei Monate aufgezinsten SARON plus 10 Prozentpunkten bei Barkrediten und plus 12 Prozentpunkten bei Überziehungskrediten, mit einem Minimum von 10% respektive 12%. Seit dem 1. Januar 2026 gelten diese Untergrenzen. Was du im Einzelfall zahlst, liegt darunter und hängt von Bonität, Laufzeit und Kreditsumme ab.

Gilt ein gesenkter Höchstzins auch für meinen laufenden Kredit?

Nein. Für Verträge, die vor einer Änderung des Höchstzinssatzes abgeschlossen wurden, gilt der bisherige Satz weiter. Wer 2023 zu einem damals höheren Höchstzins abgeschlossen hat, muss den Kredit ablösen, um vom heutigen Niveau zu profitieren.

Bleibt der Leitzins 2026 bei 0%?

Das lässt sich nicht seriös vorhersagen. Belegbar ist, dass die Nationalbank ihre bedingte Inflationsprognose vom 18. Juni 2026 auf der Annahme eines über den gesamten Prognosezeitraum unveränderten Leitzinses von 0% rechnet. Das ist eine Rechenannahme der Methodik und ausdrücklich keine Zinsprognose. Die SNB behält sich vor, die Geldpolitik jederzeit anzupassen, wenn es die Preisstabilität erfordert.

Warum liegt der Schweizer Leitzins so viel tiefer als der europäische?

Weil die Inflation in der Schweiz deutlich tiefer liegt. Im Juli 2026 betrug die Jahresteuerung 0.4%, während Eurozone und Japan im Juni 2026 ihre Leitzinsen wegen gestiegener Energiepreise angehoben haben. Der starke Franken dämpft die importierte Teuerung, weshalb die Nationalbank weniger Anlass zum Handeln hat.

Unsere Einschätzung: Ein Leitzins von 0.00% ist für Kreditnehmer ein historisch günstiges Umfeld, aber der Vorteil liegt nicht auf der Strasse. Er wird erst wirksam, wenn ein Vertrag neu abgeschlossen, abgelöst oder verlängert wird. Wer eine Festhypothek aus dem Hochzinsjahr 2023 oder einen Konsumkredit aus der Zeit vor dem 1. Januar 2026 trägt, zahlt weiterhin die alten Konditionen, unabhängig davon, was die Nationalbank heute beschliesst.

Konkret: Prüfe, welche deiner Verbindlichkeiten in den nächsten zwölf Monaten fällig werden, und plane die Anschlussfinanzierung, statt auf den nächsten Zinsentscheid zu warten. Nach unten ist beim Höchstzins ohnehin nichts mehr zu holen. Für laufende Kredite lohnt ein Blick in den Kreditvergleich, ob eine Ablösung rechnet, und der Kreditrechner zeigt dir die Differenz in Franken.

Synonyme

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