
Neo-Banken Schweiz: IFZ-Studie sieht nur 2,4 % als Hauptbank
Laut der IFZ Retail-Banking-Studie der Hochschule Luzern dominieren traditionelle Institute weiterhin den Schweizer Bankenmarkt, während Neo-Banken trotz Nutzerwachstums mit einem Marktanteil von knapp 2,5 Prozent nur langsam zur Hauptbank aufsteigen. Vier Bankengruppen vereinen rund 89 Prozent der Hauptbankbeziehungen auf sich.
Für die repräsentative Studie wurden 2'016 Personen in der Schweiz befragt. Das Ergebnis ist eindeutig: Revolut, Yuh, Neon und Zak gewinnen zwar Nutzerinnen und Nutzer, das Lohnkonto bleibt aber meist bei der Hausbank. Neo-Banken dienen den meisten als Zweitkonto für Reisen und Sparen.
Die wichtigsten Ergebnisse der IFZ-Studie
Die Studie fragt nach der Hauptbank, also dem Institut, bei dem jemand seine wichtigste Bankbeziehung führt. Die Kennzahlen im Überblick:
- Kantonalbanken: 28 % der Befragten nennen eine Kantonalbank als Hauptbank.
- Raiffeisenbanken: 25 % haben ihre Hauptbankbeziehung bei Raiffeisen.
- Vier grosse Gruppen: Kantonalbanken, Raiffeisen, PostFinance und UBS kommen zusammen auf rund 89 %.
- Neo-Banken: 2,4 % nutzen eine Neo-Bank als Hauptbank, vor rund zwei Jahren waren es 1,8 %.
- Generationen: Bei den Babyboomern liegt der Anteil bei 1 %, bei der Generation Y bei 4 %.
- Bildung: Personen mit Hochschulabschluss kommen auf 4,7 %, Personen ohne Hochschulabschluss auf 1,8 %.
Marktanteile bei der Hauptbank im Überblick
| Bankengruppe | Anteil als Hauptbank | Einordnung |
|---|---|---|
| Kantonalbanken | 28 % | Grösste Gruppe im Markt |
| Raiffeisenbanken | 25 % | Knapp dahinter |
| PostFinance und UBS | rund 36 % (zusammen) | Rechnerisch aus den 89 % der vier Gruppen |
| Neo-Banken (Revolut, Yuh, Neon, Zak) | 2,4 % | Vor rund zwei Jahren: 1,8 % |
| Übrige Banken | rund 9 % | Rechnerischer Rest |
Quelle: IFZ Retail-Banking-Studie, Hochschule Luzern (2'016 Befragte). Werte für PostFinance/UBS und übrige Banken rechnerisch abgeleitet. Alle Angaben ohne Gewähr.
Der Anteil der Neo-Banken ist in zwei Jahren um 0,6 Prozentpunkte gestiegen. Relativ ist das ein Plus von rund einem Drittel. Absolut bleibt es eine Nische: Nur etwa jede 42. befragte Person führt ihre Hauptbankbeziehung bei einer Neo-Bank.
Was die Zahlen bedeuten: Neo-Bank als Zweitkonto
Bei den Nutzerzahlen sieht das Bild anders aus. Laut Auswertungen der Hochschule Luzern zählte Revolut im Februar 2026 rund 1,2 Millionen Nutzerinnen und Nutzer in der Schweiz, Yuh rund 416'000, Neon rund 249'000 und Zak rund 82'000.
Die Lücke zwischen Nutzerzahl und Hauptbank-Anteil zeigt, wie die Apps tatsächlich genutzt werden. Sie ergänzen die Hausbank, statt sie zu ersetzen. Typische Einsätze sind:
- Reisen: Kartenzahlungen und Bargeldbezüge im Ausland, oft in Fremdwährungen.
- Sparen: separate Töpfe für Ferien, Anschaffungen oder einen Notgroschen.
- Alltag: Kartenzahlungen mit Push-Mitteilungen und schneller Übersicht in der App.
Das Gehaltskonto bleibt in der Regel bei der Hausbank. Naheliegend ist das, wenn dort auch Hypothek, Säule-3a-Konto oder Beratung gebündelt sind. Allerdings könnte sich das Bild verschieben: Revolut hat bei der Finma eine Schweizer Banklizenz beantragt. Ob Schweizer IBAN und Schweizer Einlagensicherung mehr Menschen zum Wechsel bewegen, bleibt abzuwarten.
Einordnung: Wer eine Neo-Bank als Hauptbank nutzt
Laut Capitalo-Einordnung der Studienwerte hängt die Nutzung als Hauptbank stark vom Alter und von der Ausbildung ab. In der Generation Y ist der Anteil mit 4 % viermal so hoch wie bei den Babyboomern mit 1 %. Personen mit Hochschulabschluss nutzen eine Neo-Bank mit 4,7 % rund 2,6-mal so häufig als Hauptbank wie Personen ohne Hochschulabschluss mit 1,8 %.
Hingegen bleibt auch in diesen Gruppen die klassische Bank klar vorne. Selbst bei Akademikerinnen und Akademikern führen über 95 % ihre Hauptbankbeziehung bei einem traditionellen Institut. Der Trend zur Neo-Bank ist messbar, verläuft aber langsam. Für Kantonalbanken und Raiffeisen ändert sich am Kräfteverhältnis Stand heute wenig.
Was das für dich bedeutet
Für die meisten ist die Kombination aus Hausbank und Neo-Bank der pragmatische Weg. So kannst du vorgehen:
- Lohnkonto bei der Hausbank lassen, wenn du dort Hypothek, Säule 3a oder persönliche Beratung nutzt.
- Neo-Bank als Zweitkonto ergänzen, wenn du oft reist oder in Fremdwährungen bezahlst. Vergleiche vorher Gebühren und Wechselkursaufschläge.
- Sparziele trennen: Ein separates Konto für Ferien oder Rücklagen schafft Übersicht über dein Budget.
- Einlagensicherung prüfen: Bei Banken mit Schweizer Bewilligung schützt esisuisse Einlagen bis CHF 100'000 pro Person und Bank. Nicht jede Finanz-App ist selbst eine Schweizer Bank.
- Neo-Bank als Hauptbank passt zu dir, wenn du rein digital arbeitest, keine Hypothek oder Beratung brauchst und deine Finanzen ohnehin in der App verwaltest.
Fazit
Die IFZ Retail-Banking-Studie zeigt: Kantonalbanken, Raiffeisen, PostFinance und UBS halten rund 89 % der Hauptbankbeziehungen in der Schweiz. Neo-Banken wachsen von 1,8 % auf 2,4 %, bleiben als Hauptbank aber eine Nische. Ihre Stärke liegt beim Zweitkonto für Reisen und Sparen, das Lohnkonto bleibt meist bei der Hausbank.
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Alle Angaben ohne Gewähr.